Schlussendlich hat er überdosiert

Von: Strandmädchen, weiblich

Hallo Glücksritterin Lea

Ich weiss nicht, was ich tun soll. Wir waren 8 Jahre zusammen. Wegen den Drogen haben wir uns getrennt. Ich konnte es nicht länger ertragen, aber ich habe immer geglaubt, er wäre mein Seelenpartner. Ich habe ihn so geliebt. Wir haben uns so geliebt. Und jetzt, seit diesem Morgen vor einigen Tagen, ist er tot. Er war 6 Monate clean. Er hat nicht mal gespritzt, er hat nur geschnupft.

Ich weiss nicht, wie ich damit umgehen soll. Ich weiss nur, dass ich viel schreien muss. Und ich habe einen physischen Schmerz, den ich nicht für möglich gehalten hätte. Ich probiere einfach, mich zusammen zu reissen, denn mein jetziger Freund wurde wütend, als er merkte, wie nahe mir der Tod meines Ex-Freundes ging. Mein Ex war nicht sehr gut zu mir, als er gespritzt hat. Und mein jetziger Freund weiss das. Er denkt, dass ich nicht so traurig sein soll über jemanden, der mich so schlecht behandelt hat.

Aber ach Gott, wenn ich bisher keinen echten Herzschmerz gekannt habe, dann tue ich das jetzt. Heute wäre unser Jubiläum gewesen. Und jetzt ist er tot.

Ich will nur noch auf meinem Bett liegen und weinen.

 

Antwort von Glücksritterin Lea

Hallo Strandmädchen

Das tut mir unglaublich leid, dass dir das wiederfährt. smiley traurig

Ich hoffe, dein Freund verweigert dir deinen Herzschmerz nicht, denn ich denke, die Trauer ist genau das, was du jetzt brauchst. Du scheinst deinen Ex trotz allem sehr geliebt zu haben, und ein solcher Verlust schmerzt jeweils noch sehr lange. Wenn es dir unerträglich wird, könntest du vielleicht einen Therapeuten aufsuchen, der dir helfen kann, das alles zu verarbeiten. Denke daran, es war nicht dein Fehler ist, dass dein Ex eine Überdosis hatte.

Halte deine Gefühle nicht zurück, sondern lasse sie zu, und umgebe dich mit Personen, die dich unterstützen. Rede mit deinem Partner und sage ihm, warum du so traurig bist, und das du ihn jetzt brauchst. Und wenn du alleine sein musst, dann sei alleine. Es ist ein grosser Verlust, und das braucht Zeit, um es zu verarbeiten. Und Mut, um es zuzulassen.

Ich wünsche dir ganz viel Mut und ganz viel Kraft, diese schwere Zeit durchzustehen! herz klein

Alles Liebe für dich
Glücksritterin Lea

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Mein Mann (74) kennt mich immer weniger

Von: Margarethe, 72, weiblich

Guten Tag Glücksritterin Lea

Ich habe deine Internetseite aus Zufall entdeckt. Sie hat mir aber auf Anhieb gefallen. Ich mag diese vielen Farben, es dürfen aber auch Männer ihre Fragen stellen oder? Ich habe gelesen, was du auf der Seite über dich geschrieben hast. Und es hat mich an mich selbst erinnert. Ich wollte mein ganzes Leben immer nur das Beste für mein Umfeld, für die Menschen die ich liebe. Meinen Mann, meine drei Kinder. Ein Mädchen hat es gegeben, und mein Mann hat sie immer huckepack genommen, als sie noch ganz klein war. Damals haben wir noch in dem kleinen Häusschen am Fluss gewohnt. Ich liebte mein Leben dort. Ich wollte immer, dass es allen gut geht, ja mir auch, aber vorallem meinen Kindern und meinem Mann. Ich war immer gerne Mutter.

Mein Mann hat in einer Stahlfabrik gearbeitet, sein ganzes Leben war er dort angestellt. Die Arbeitsbedingungen waren damals schlecht, aber mein Mann hat immer gut für uns gesorgt. Ich durfte ihn besuchen in der Fabrik. Das war beeindruckend, eine riesige Fabrik und überall ist es dreckig und voller Russ, und auch die Arbeiter waren dreckig. Angefangen hat man als Träger, da musste man den ganzen Tag 20 Kilogramm schwere Säcke umhertragen. Aber mein Mann sagte schon zu beginn, er mag diese Fabrik und er will gerne dort arbeiten. Man kriegt auch schnell Muskeln vom Säcke tragen. Und das machen immer die jungen, neuen Mitarbeiter. Die Arbeit ist aber nicht gut für den Körper. Jeden Morgen ist er aufgestanden, hat seinen Kaffee getrunken und sein Brot mit Honig, das war ihm heilig. Mein Mann hat 30 Jahre in der Fabrik gearbeitet, er ist dann aufgestiegen. Aber der Rücken leidet schon, und später hatte er zwar eine Arbeit, bei der er weniger tragen musste, aber die Hände gingen mit den Jahren kaputt. Er hatte immer mehr Probleme mit den Händen, konnte sie nicht mehr richtig bewegen oder sagte, sie seien taub. Besonders schlimm war das im Winter, die Fabrik war ja nicht überall beheizt, ausser die riesigen Brennöfen, die den Stahl erhitzten. Mein Mann tat mir leid und ich bin ihm so dankbar, dass er immer für uns gesorgt hat.

Mein Mann war ein herzensguter Mensch. Auch er wollte immer die Welt verbessern, wollte immer weiter die Karriereleiter hochsteigen, aber er hätte nie etwas getan, was gegen seine Moral war. Er hatte eine sehr hohe Moral, und Ungerechtigkeit konnte er nicht mit ansehen. Er ist einer der Menschen, die es immer gut mit allen haben, mit dem Vorgesetzten wie auch mit dem untersten Mitarbeiter, jeder mochte ihn irgendwie. Sein Charme ist es. Mein Mann hat einen ganz speziellen Charme. Wenn ihn jemand gefragt hat, was er besonders gut kann, hat er immer gesagt, er kann mit seinem Charme die Menschen zum Schwärmen bringen. Und zum Träumen. Er lebte schon immer gerne in seiner Fantasiewelt, in der er der Besitzer der Stahlfabrik war und sie so gestalten konnte, wie er wollte. Er sagt heute noch manchmal zu mir „Nein, das können wir so nicht machen, wir müssen noch warten, der Stahl muss noch zuerst behandelt werden.“ Aber er redet nicht mehr oft. Er liebte immer seine Fantasiewelt. Ich bin mit ihm zusammen, seit ich 20 Jahre alt bin, und er hat mir damals schon viele Geschichten erzählt. Vom Fliegen und vom Reisen nach Afrika. Da waren wir auch mal. Aber das ist schon lange her.

Ich wollte immer eine gute Mutter sein und das Schöne in die Welt tragen. Aber es gibt so viele schlechte Menschen. Das macht mich immer traurig im Herzen. Wir könnten es so schön haben, sage ich immer, aber irgendwie passiert dann doch nichts. Heute ist es noch schlimmer, seit es die Nachrichten im Fernsehen gibt, denke ich. Damals hatten wir wenigstens nur die eigenen Sorgen von unserem Dorf und vielleicht das Dorf nebenan. Aber die grossen Nachrichten kamen erst mit dem Fernsehen. Zum Glück habe ich den Krieg nicht miterlebt. Ich war eine fröhliche Person, immer, und weiss nicht, wie alt du bist, aber du bist sicher noch jung. Ich konnte immer stundenlang auf einer Wiese liegen und in den Himmel schauen. Das Leben war einfach, ja. Nicht so wie heute wo alle nur noch in ihre Händis schauen. Aber wenn es die Leute glücklich macht. Ich wollte immer nur, dass die Leute glücklich sind.

Ich hoffe, ich schreibe nicht zuviel. Hat es eine Begrenzung? Ich brauche sehr lange und bin schon seit drei Stunden am Komputer. Mein Sohn hat mir den gezeigt. Er hat mir gesagt, wenn ich ein Rezept für einen Schokoladenkuchen brauche, brauche ich das nur zu gugeln und dann kommt ein Rezept. Aber es hat auch viel Werbung, ich lande immer auf der Werbung. Mein Sohn hat mir gesag, ich soll dir ruhig schreiben. Er hilft mir wirklich. Wenn ich eine Taste nicht finde. Ich habe meinem Mann gerade seine Medizin gegeben. Wir sind glücklich dass wir wo lange leben dürfen. Wir sind zwar nicht mehr so gesund wie früher, aber jeder wird älter, oder. Es ist ein Geschenk, wenn man so lange leben darf. Schon mit Problemen, aber wir hatten es immer schön.

Ich erinnere mich immer gerne an die kleinen Füsschen von meinen Kindern, als sie zur Welt gekommen sind. Ich habe mich immer in diese Füsschen verliebt. Mein Mann sieht mich immer noch an und schaut mir in die Augen. Wir sitzen oft auf der Veranda und ich halte seine Hand. Wie fest ich ihn liebe, meinen Mann. Siehst du jetzt muss ich weinen. Mein Mann ist so fest in meinem Herzen drin. Wir hatten solch ein schönes Leben. Aber mein Mann kann sich immer öfters nicht mehr an meinen Namen erinnern. Ich frage ihn „Karl ich bin da ich habe dir einen Tee gebracht. Karl kennst du mich noch“ aber mein Mann schaut mir nur in die Augen und sagt nichts. Ich weiss, ich bin auch in seinem Herzen. Ich liebe ihn so fest. Ich wünsche jedem eine solche Beziehung, wie wir es hatten. Voller Liebe und Verständnis füreinander. Aber mein Mann weiss meinen Namen oftmals nicht mehr. Wir sitzen dann einfach da auf der Veranda im Sessel und schauen den Sonnenuntergang gemeinsam an. Und manchmal weine ich dann auch, aber nicht nur vor Trauer auch vor Glück. Weil ich meinen Mann liebe und immer lieben werde, bis wir dann irgendwann nicht mehr leben.

Ich finde das Leben sehr schön. Viele Menschen machen sich das Leben so schwer. Dabei braucht es eigentlich nicht viel. Ich war immer zufrieden mit meinem Mann und meinen Kindern. Alle Sorgen die wir früher hatten, das ist jetzt alles nicht mehr wichtig. Ich denke, mein Mann ist jetzt in seiner Fantasiewelt. Vielleicht träumt er von seiner Arbeit und dass er in der Fabrik doch noch alles ändern konnte. Ich werde weiter gut auf ihn aufpassen.

Ich höre jetzt auf zu schreiben. Danke, dass ich dir schreiben darf. Wenn du möchtest darfst du das schon veröffentlichen. Vielleicht schreibe ich dir wiedermal wenn ich noch Zeit finde.

Für die liebe Lea,
von Margarethe

Antwort von Glücksritterin Lea

Hallo liebe Margarethe

Danke viel viel mal für deinen Text. Er hat mich wirklich fest berührt! Du hast recht, auch ich mache mir jeden Tag wieder neue Sorgen und einen Monat später sind diese Sorgen vergessen und ich denke wieder an etwas neues. Dabei sind das alles Kleinigkeiten. Ich werde probieren, mir weniger Sorgen zu machen und das Leben zu geniessen. Und ich wünsche mir, dass ich auch so alt wie du werden darf und einen so tollen Mann kennenlerne, mit dem ich alt werden kann.

Alles alles Gute für dich und deinen Mann und auch deine Kinder. Und ja bitte schreib mir jederzeit wenn du willst ich fühle mich richtig gut nach deinem schönen Beitrag. Und alles gute deinem Mann, die Liebe wird euch auf ewig verbinden! herz klein

In Liebe,
Glücksritterin Lea

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Patrick war für mich Superman und starb mit 13 Jahren in meinen Armen

Von: Carsten, 20, männlich

glücksritterorden

Hallo Glücksritterin Lea

Schön, dass es einen Ort wie deine Homepage gibt. Ich wollte mir das schon lange von der Seele schreiben, wusste aber nicht genau, wo. Ich bin jetzt 20 Jahre alt. Mit 18 wurde ich Vater und mit 19 habe ich geheiratet. Das ist aber nicht der Grund, warum ich schreibe. Mit 18 wurde ich Heimbetreuer und für die Betreuung von Patrick eingeplant.

Patrick war ein 13 Jahre alter Junge mit einer lähmenden Krankheit, eine Neurodegeneration mit Eisenablagerung im Gehirn (NBIA). Ihm wuchs Eisen im Gehirn und er verlor die Kontrolle über seinen Körper. Ironischerwiese funktionierte sein Gehirn noch immer ganz normal. Kurz nachdem ich mit ihm angefangen habe zu arbeiten hat er die Fähigkeit zu sprechen verloren. Er konnte aber immer noch kommunizieren, indem er für „ja“ oder „nein“ in eine bestimmte Richtung schaute.

Für ein Jahr habe ich mit ihm jeden Tag gearbeitet. Er wurde wie ein jüngerer Bruder für mich. Jeden einzelnen Tag haben wir zusammen Superman geschaut, da Patrick hoffte, eines Tages so stark wie Superman zu werden. Wir haben zusammen Pokemon gespielt, weil ihm das so gut gefallen hat. Er hat mir gezeigt, wie man das spielt. Etwa ein Jahr später fing seine Atmung an, ganz tief und zufällig zu werden. Ich kann mich noch daran erinnern, wie ich im Februar diesen Jahres, als wir gerade fertig Superman geschaut hatten, ihm erzählt habe, dass die Wissenschaft neue Geräte erfunden hat, mit denen man besser denken oder die Arme und Beine besser bewegen kann. Ich wollte ihm am nächsten Montag ein paar Zeitungsartikel vorbeibringen, um sie ihm zu zeigen.

Am Montag morgen bekam ich einen Anruf, dass ich nicht zur Arbeit gehen müsse, da sich eine Krankenschwester um Patrick kümmern wird. Ich könne ihn aber besuchen, wenn ich wollte, einfach nicht in meinen Arbeitskleidern. Ich bekam da bereits ungutes Gefühl, habe aber gehofft, dass Patrick einfach genauer untersucht wurde oder so. Als ich ankam konnte ich bereits nach wenigen Minuten sagen, dass die Stimmung gedämpft war. Patrick war nicht tot, aber er lag im Sterben. Manchmal bewegte er seine Augen und lächelte leicht. Dann glitt er wieder in einen starren Zustand, nahm einen tiefen Atemzug und hielt die Luft an.

Alle Anwesenden bekamen ein paar Minuten, um mit ihm zu reden und ihm was auch immer wir mochten zu sagen. Seine Mutter wurde gerade fertig, mit ihm zu sprechen, und ich kam an die Reihe. Ich hielt seine Hand und machte einen witzigen Spruch, den er immer geliebt hat. Ich merkte, wie er meine Hand leicht drückte. Ob es bewusst war oder ob er mir zeigen wollte, dass er dass er lachte, weiss ich nicht. Ich sagte ihm, dass alles gut werden würde und dass „dies kein Goodbye sei, wir würden uns bald wiedersehen“. Ich gab ihm eine lange Umarmung und merkte, dass sein Körper ziemlich steif war (von seiner Krankheit, er war ständig verspannt davon). Sein Gesicht war blau angelaufen und er hat für beinahe 90 Sekunden nicht geatmet. Er war tot, aber die Krankenschwester prüfte noch seinen Puls, um sicher zu sein.

Ich sass mit meinem 13 jährigen Freund und habe seine Hand im letzten Moment seines Lebens gehalten. Ich dachte immer, wenn mein Handybildschirm mal einen Sprung bekommt, sei das schlimm, aber Patrick’s Tod hat wirklich meine Perspektive auf alles verändert. Ich wurde extrem depressiv, ich muss mich aber zusammenreissen und da sein für meine Frau und meine Tochter. Ich vermisse Patrick extrem. Für mich war er Superman.

Carsten

Antwort von Glücksritterin Lea

Hallo lieber Carsten

Das tut mir sehr leid für dich und für Patrick. Es ist wirklich schlimm, einen geliebten Menschen an eine Krankheit zu verlieren, sei es von der eigenen Familie oder von den Menschen, die wir in unsere Herzen geschlossen haben. smiley traurig Ich hoffe, es hat dir geholfen, hier deine Geschichte zu schreiben, ich bin sicher, jede Person, die das liest, wird mit dir fühlen.

Der Tod eines geliebten Menschen zeigt, wie unwichtig unsere kleinen täglichen Sorgen sind. Leider – oder auch zum Glück – hält dieses Gefühl nicht ewig an. Man sagt in diesem Augenblick immer „Das Leben geht weiter“ und es stimmt auch. Dein Herz kann Patrick aber auf jeden Fall für immer in sich tragen und wenn du mal traurig bist kannst du zurückdenken an die Zeit, wie du mit Patrick Pokemon gespielt oder Superman geschaut hast.

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Bietet dein Arbeitgeber psychologische Betreuung in solchen Fällen an? Falls ja, würde ich dieses Angebot annehmen. Es ist überhaupt nicht schlimm, mit Fachpersonen über diese Problem zu sprechen. Oftmals hilft es, das Geschehene zu verarbeiten. Auch darüber zu schreiben hilft oftmals weiter, ich hoffe, das ist bei dir auch der Fall. Das Mindeste, was ich für dich tun kann, ist es, einen Platz anzubieten, wo du das Gedenken an Patrick aufrechterhalten kannst.

Ich hoffe, du findest in deiner Familie die Kraft, deinen Lebensweg weiterzugehen. Ich wünsche dir, dass du trotz dem Geschehenen das Schöne im Leben sehen kannst und das Leben umso mehr geniesst.

Kraft meines Amtes als Glücksritterin für seine letzte Ehre schlage ich Dich und Patrick zum Glücksritter. Möge Patrick Frieden finden, wo er jetzt ist, und befreit von seinen Schmerzen sein, und mögest Du die Erinnerung an ihn für immer in deinem Herzen tragen. herz klein

Ich schenke dir ganz viel Liebe!

Glücksritterin Lea

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Meine Mutter hat mein Leben ruiniert

Von: Stefanie

glücksritterorden

Hallo Glücksritterin Lea

Ich hatte schon immer ein Problem mit sozialer Phobie. Ich war übergewichtig in der Kindheit und jeder Versuch, abzunehmen, scheiterte. Es ist hart, NICHT zu denken, dass jeder dich hässlich findet. Mein Vater war niemals teil der Familie. Meine Mutter hat mich bei meiner Grossmutter abgesetzt, als ich 3 war, um Drogen nehmen zu können, wann immer sie wollte. Für eine Weile war es nur ich und meine Grosseltern und obwohl das eigentlich überhaupt nicht normal ist, war ich glücklich in meiner kleinen Familie.

In 2009, das 9 Jahre alte Ich erhielt die Nachricht, dass meine Mutter bei uns mit zwei jüngeren Brüdern einziehen würde. Unser Zuhause hatte nur drei Zimmer mit Betten, also musste ich mein Zimmer an meine Mutter abgeben und einen sehr kleinen Raum mit einem 3- und einem 1-Jährigen teilen.

Natürlich war ich darüber begeistert, ich dachte meine Mutter wollte endlich wieder Teil meines Lebens sein und ich wollte beste Freunde sein mit meinen beiden Brüdern. Aber sobald meine Mutter hier war hat sie mich physisch und mental missbraucht. Ich wurde wie ein Dienstmädchen behandelt wenn meine Grosseltern bei der Arbeit waren. Ich kochte, putzte, habe Windeln gewechselt, habe die kleinen gebadet, habe Wäsche gewaschen, und alles sonst was ein Haushalt braucht im Alter von 9, während ich ständig „Bestrafungen“ von meiner Mutter erhalten habe (mein Rücken wurde mit einem Gürtel geschlagen, mein Hintern mit einem Flip Flop versohlt, immer wenn ich was falsch gemacht habe, etwas ausgeschüttet, Bad zu heiss, zu lange gewartet um zu kochen irgendwas was meiner Mutter nicht gepasst hat).

Meine kleinen Brüder, ich weiss sie waren Kinder, aber sie haben alles was ich besass verloren oder zerbrochen, was nicht Kleidung war, da sie Zugang zu allem hatten.

Um 2012 ist sie endlich ausgezogen in eine Wohnung, die ihr der Staat besorgt hatte, da sie keinen Job annehmen wollte. Sie nahm meine Brüder mit und es vergingen 6 Monate bis man herausfand, dass sie ein Crystal Meth Labor in ihrer Wohnung aufgebaut hatte. Kurz bevor es herauskam hat sie die Stadt verlassen und hinterliess mich und meine zwei Brüder wieder den Grosseltern. Dieses Mal musste ich nach der Schule die Rolle des Babysitters übernehmen. Ich habe all das gemacht, was ich auch mit 9 gemacht hatte ausser kochen und Windeln wechseln, da sie aus diesen rausgewachsen sind.

Meine Mutter ist etwa um 2013 zurückgekommen und hat versucht, mich umzubringen, weil ich „ihr ihre Kinder weggenommen hätte“. Sie hat sie genommen und ist in ein anderes Haus eingezogen, hatte noch ein Baby in 2014 und lebte dann mit diesem Vater für ein Jahr (all dies während sie nur einen Job in einem lokalen Strip Klub hatte, meine Grosseltern brachten ihr jede Woche etwas zu essen).

Zu dieser Zeit hatte ich bereits jahrelang Depressionen und Suizidgedanken und meine Angstattacken die anfingen als sie in 2009 eingezogen ist. Im Oktober 2016 ist der Staat dann gekommen und hat meine Brüder von ihr weggenommen und wieder mir beziehungsweise meinen Grosseltern gegeben. Danach wurde ich gewechselt von der öffentlichen Schule auf Homeschooling, habe jeden meiner Freunde verloren und wurde dann quasi die Mutter für meiner Brüder und habe wieder alles gemacht, was ich schon früher machen musste: Gekocht, geputzt, die 4 jährigen gebadet, ich habe jeden Tag auf sie aufgepasst nachdem ich von der Schule heimgekommen bin bis meine Grosseltern um 6 Uhr Abends von ihrer Arbeit kamen (mein Grossvater ist ein Lastwagenfahrer also ist er immer auf der Strasse). Dann wurden sie jeweils wie kleine Engel behandelt und bekamen alles, was sie wollten.

Jeden einzelnen Tag hörte ich von meinen kleinen Brüdern „Ich hasse dich“ oder „Ich wünschte du wärst nicht meine Schwester“ oder sonst etwas ähnliches weil ich die Regeln durchsetzen musste, die meine Grossmutter mir gesagt hat und meine Brüder hassen mich dafür.

Mein 18. Geburtstag ist in zwei Wochen. Ich hatte noch nie einen Job, habe kein Geld um Auto fahren zu lernen, und ich kann nicht studieren gehen wie ich immer wollte seit ich 12 war weil ich die kleine liebe bleib-zu-Hause Mutter sein muss die meine Mutter niemals war. Ich darf keine Arbeit annehmen weil meine Grossmutter sagt ich muss für meine drei Brüder dasein um auf sie aufzupassen. Ich werde für immer hier festsitzen weil ich nichts machen kann um hier rauszukommen und ich denke oft es wäre besser mich einfach umzubringen da ich dieses Haus nicht verlassen kann bis meine Grossmutter pensioniert ist und dann erwartet man von mir dass ich einen Job annehme mit dem einzigen Ziel für diese Familie zu sorgen.

Sorry dass es so viel geworden ist. Ich bin dankbar, dass ich jemandem schreiben darf.

Stefanie

PS: Mir gefällt dein Logo mit dem Pferdchen…

 

Antwort von Glücksritterin Lea

Hallo Stefanie

Du tust mir so unendlich leid, mir kommen die Tränen, wenn ich deine Geschichte lese. Deine Mutter ist eine wirklich schlechte und egoistische Person, dass sie dich praktisch alleine mit der Betreuung deiner kleinen Brüder zurücklässt smiley traurig Drogen zu nehmen, um das eigene Leben zu ruinieren, ist bereits schlimm, doch das Leben von so vielen weiteren Menschen zu zerstören, ist einfach nur unverzeihlich.

Bitte gib nicht auf und denke nicht mehr an Selbstmord! Du bist so eine starke Person, dass du bis jetzt ausgehalten hast und dass du dein Leben so stemmen kannst. Kein aufwachsender Jugendlicher sollte eine solche Verantwortung tragen müssen. Im Gegenteil, normalerweise sind es ZWEI erwachsene Elternteile, die sich diese Bürde teilen und sich gegenseitig unterstützen. smiley hmm

Mein Rat an dich ist viel einfacher gesagt als getan: Sei selbst mal egoistisch! Du hast dein halbes Leben als Erwachsene auf deine Brüder aufgepasst, statt ein Leben als Kind in einer funktionierenden Familie geniessen zu können. Verlasse deine Grosseltern und deine Brüder und stürze dich in dein eigenes Leben, wo du nur auf dich selber acht geben musst. Du hast es dir mehr als verdient! Sorge dich nicht um deine Grosseltern oder deine Brüder, die werden schon irgendwie klar kommen. DU bist jetzt wichtig.

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Wenn es dir möglich ist, versuche auch, mit professioneller Hilfe über deine Depressionen und deine Suizidgedanken zu sprechen. Glaube mir, niemand wird dich auslachen. Es gibt viele Menschen auf dieser Welt, die dir helfen und dich unterstützen wollen!

Wenn ich könnte, würde ich dir einen viel grösseren Orden geben. Du hast es 100% verdient, eine Glücksritterin zu sein!

Alles alles Liebe für dich und deine Zukunft! herz klein

Glücksritterin Lea

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