Teil 2: Die Schwiegermutter erfindet Verschwörungstheorien über meine Frau

Von: Dominik, 35, männlich

Fortsetzung von Teil 1: Die Schwiegermutter erfindet Verschwörungstheorien über meine Frau

Hallo liebe Glücksritterin Lea!

Ich dachte mir, du willst sicher wissen, wie es bei mir weiterging. Leider überhaupt nicht erfreulich.

Meine Frau und ich haben ja mit meiner Mutter abgemacht, dass wir eine Zeit lang keinen Kontakt mehr haben. Soweit hat das auch gut geklappt, meine Frau ist schon viel entspannter als in den letzten Monaten.

Am letzten Samstag ging ich dann mit Julia zu einem Kinderparadies in unserer Nähe, du weisst schon, wo die Kinder auf Hüpfburgen rumhüpfen und klettern können. Ich war gerade am nach Hause fahren im Auto, da klingelte mein Handy. Da war eine Meldung meiner Mutter im Whatsapp. Ich hatte meiner Mutter vor einigen Wochen ein Bild meiner geliebten Tochter Julia geschickt, wie sie ganz fröhlich eine Rutsche runterrutschte. Sie hat mir das Bild zurückgeschickt und dann darunter geschrieben:

Ein süsses kleines Mädchen, welches ihrer Grossmutter nur Kummer und Leid bringt.

Ich bin grundsätzlich ein sehr ruhiger Mensch, aber das hat mir echt den Schnuller rausgehauen! Nein, also, ich dachte, ich lese nicht recht. Ermasst sich meine Mutter doch tatsächlich, meiner kleinen Julia die Schuld in die Schuhe zu schieben!

Ich musste ihr einfach zurückschreiben.

(PS: Ich habe es auch in Whatsapp getan. Bitte lasst irgendwelche Kommentare von wegen „Du hättest einen richtigen Brief schreiben sollen und nicht in Whatsapp“ Ich wollte ihr früher mal einen Brief schreiben und habe mich dann bewusst dagegen entschieden, aber das hat dem Fass echt den Boden rausgehauen“. Und wir haben uns früher oft per Whatsapp unterhalten oder für Treffen abgemacht)

Also habe ich ihr geschrieben:

Nein Mutter, die Julia ist das süsseste Mädchen der Welt und sie hat keine Ahnung von Kummer und Leid. Sie ist ein unschuldiges Wesen und das tollste Mädchen, das man sich als Eltern vorstellen kann. Sie lacht ganz viel und befolgt Anweisungen ganz brav. Sie kapiert schon unglaublich viel und wir sind sehr stolz auf sie.

Du alleine bringst dir diesen Kummer. Du hast uns gesagt „Die Julia ist nicht normal, sie ist zu dünn, und sowieso isst sie überhaupt normal? Ich sehe sie immer nur Chips essen. Und deine Frau ist total verlogenen!“ Mit solchen Aussagen hast du zu dieser Situation geführt.

Meine Frau ist eine der ehrlichsten Menschen auf der Welt. Sie als Lügnerin zu bezeichnen ist absolut falsch und eine grosse Beleidigung. Meine Frau ist eine liebevolle Mutter und die beste Freundin, die ich mir nur wünschen kann. Ich kann mir keine bessere Frau für mich vorstellen.

Weil die Julia so lieb ist wollte ich besonders viel mit dir unternehmen, damit du auch von diesem Sonnenschein profitieren kannst. Aber nein, du hast das Geschenk überhaupt nicht geschätzt, sondern uns noch beleidigt. Du hast mein Vertrauen missbraucht und ich werde dir so schnell nichts mehr erzählen, weil ich immer Angst haben muss, dass du es gegen mich verwendest.

Du solltest langsam in einem Alter sein, in dem man nicht immer den anderen Schuld gibt, sondern die Verantwortung für das eigene Handeln übernimmt. Ganz sicher ist Julia nicht schuld an deinem Kummer, ich bin nicht schuld, und meine Frau ist nicht schuld. Du alleine bist schuld.

Du alleine kannst diese Situation wieder lösen, indem du sagst „Es tut mir leid, dass ich euch beleidigt habe“ oder „Ich selber habe dich zwar anders erzogen, ich akzeptiere aber, wie ihr Julia erzieht, und ich vertraue darauf, dass es gut herauskommt“. Einfach indem du eine liebe Grossmutter bist und keine beleidigende Grossmutter.

Ich wünsche mir, dass du wieder eine liebe Mutter und eine liebe Grossmutter wirst und uns nicht mehr beleidigst. Denn wer meine Frau oder meine Julia beleidigt, der beleidigt mich, und so jemanden will ich nicht in meinem Leben haben. Ich will jemanden haben, der mir gut tut, der mir Komplimente macht oder mich lobt für das, was ich in meinem Leben erreicht habe. Jemand, der mit mir das weitere Leben geniesst.

Du merkst hoffentlich, dass ich trotz der Emotionen sehr Mühe gegeben habe, meine Mutter nicht zu beleidigen, da dies wieder neue Angriffsfläche gegeben hätte. Ich wollte ihr eigentlich ein bisschen die Augen öffnen und gleichzeitig auch sagen, dass wir uns wieder vertragen sollen.

Ich habe gehofft, meine Mutter sieht, dass sie uns beleidigt hat, und entschuldigt sich. Oder sie hätte sich nicht mal zu entschuldigen brauchen, einfach nur etwas nettes hätte mir gereicht… Keine Ahnung…

Auf jeden Fall hat sie seither nur noch einen Satz zurückgeschrieben:

Es ist schon bedenklich wie du mit deiner Mutter umgehst

Null Einsicht und wieder spielt sie die Opferrolle und gibt mir die ganze Schuld!!

Was mache ich nur??

 

Antwort von Glücksritterin Lea

Hallo Dominik

Schön, dass du noch einmal schreibst. Ich finde es sehr toll, dass du es trotz dem Verhalten deiner Mutter noch schön mit Julia hast, und anscheinend auch mit deiner Frau, also dass ihr deswegen nicht streitet. Schön, dass ihr zusammenhaltet! herz klein

Du darfst gerne schreiben, wie es weitergeht, ich bin sehr gespannt. Ich dachte bis jetzt immer, ich hätte eine gute Menschenkenntnis, aber die Antwort deiner Mutter habe ich in keiner Möglichkeit vorhergesehen. Meiner Meinung nach hast du ganz gut geschrieben. Du hast deine Liebe zu Julia und deiner Frau beschrieben und dass du keine weiteren Beleidigungen duldest.

Noch während dem Lesen habe ich mir vorgestellt, wie deine Mutter sich durchringen kann, ein „Es tut mir leid“ zu schicken. Sie hätte es ja sogar auch per Whatsapp machen können, nicht mal von Angesicht zu Angesicht. Stattdessen schiebt sie, wie du sagst, die ganze Schuld wieder auf dich und geht auf keinen deiner Punkte überhaupt ein. Vielleicht ist sie selber so beleidigt, dass du „behauptest“, sie hat euch beleidigt, dass sie die eigentliche Nachricht gar nicht mitbekommt. (Achtung: Reine Spekulation)

Sie erinnert mich tatsächlich an das Verhalten eines Narzissten, welcher auf Teufel komm raus seine Fehler nicht zugeben und sich entschuldigen kann. Sehr traurig für dich und natürlich auch deine Julia.

Das wichtigste ist aber, dass ihr es schön habt mit eurer kleinen Familie. Ich würde mich vorerst auf das konzentrieren und deiner Mutter nicht mehr schreiben. Sie hat jetzt deine Meinung und kann die beliebig oft nochmals nachlesen. Vielleicht kommt sie ja irgendwann doch noch zur Einsicht.

Alles Liebe wünsche ich dir, deiner Frau und natürlich deiner Julia smiley lachenherz klein

Glücksritterin Lea

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Mein Mann (74) kennt mich immer weniger

Von: Margarethe, 72, weiblich

Guten Tag Glücksritterin Lea

Ich habe deine Internetseite aus Zufall entdeckt. Sie hat mir aber auf Anhieb gefallen. Ich mag diese vielen Farben, es dürfen aber auch Männer ihre Fragen stellen oder? Ich habe gelesen, was du auf der Seite über dich geschrieben hast. Und es hat mich an mich selbst erinnert. Ich wollte mein ganzes Leben immer nur das Beste für mein Umfeld, für die Menschen die ich liebe. Meinen Mann, meine drei Kinder. Ein Mädchen hat es gegeben, und mein Mann hat sie immer huckepack genommen, als sie noch ganz klein war. Damals haben wir noch in dem kleinen Häusschen am Fluss gewohnt. Ich liebte mein Leben dort. Ich wollte immer, dass es allen gut geht, ja mir auch, aber vorallem meinen Kindern und meinem Mann. Ich war immer gerne Mutter.

Mein Mann hat in einer Stahlfabrik gearbeitet, sein ganzes Leben war er dort angestellt. Die Arbeitsbedingungen waren damals schlecht, aber mein Mann hat immer gut für uns gesorgt. Ich durfte ihn besuchen in der Fabrik. Das war beeindruckend, eine riesige Fabrik und überall ist es dreckig und voller Russ, und auch die Arbeiter waren dreckig. Angefangen hat man als Träger, da musste man den ganzen Tag 20 Kilogramm schwere Säcke umhertragen. Aber mein Mann sagte schon zu beginn, er mag diese Fabrik und er will gerne dort arbeiten. Man kriegt auch schnell Muskeln vom Säcke tragen. Und das machen immer die jungen, neuen Mitarbeiter. Die Arbeit ist aber nicht gut für den Körper. Jeden Morgen ist er aufgestanden, hat seinen Kaffee getrunken und sein Brot mit Honig, das war ihm heilig. Mein Mann hat 30 Jahre in der Fabrik gearbeitet, er ist dann aufgestiegen. Aber der Rücken leidet schon, und später hatte er zwar eine Arbeit, bei der er weniger tragen musste, aber die Hände gingen mit den Jahren kaputt. Er hatte immer mehr Probleme mit den Händen, konnte sie nicht mehr richtig bewegen oder sagte, sie seien taub. Besonders schlimm war das im Winter, die Fabrik war ja nicht überall beheizt, ausser die riesigen Brennöfen, die den Stahl erhitzten. Mein Mann tat mir leid und ich bin ihm so dankbar, dass er immer für uns gesorgt hat.

Mein Mann war ein herzensguter Mensch. Auch er wollte immer die Welt verbessern, wollte immer weiter die Karriereleiter hochsteigen, aber er hätte nie etwas getan, was gegen seine Moral war. Er hatte eine sehr hohe Moral, und Ungerechtigkeit konnte er nicht mit ansehen. Er ist einer der Menschen, die es immer gut mit allen haben, mit dem Vorgesetzten wie auch mit dem untersten Mitarbeiter, jeder mochte ihn irgendwie. Sein Charme ist es. Mein Mann hat einen ganz speziellen Charme. Wenn ihn jemand gefragt hat, was er besonders gut kann, hat er immer gesagt, er kann mit seinem Charme die Menschen zum Schwärmen bringen. Und zum Träumen. Er lebte schon immer gerne in seiner Fantasiewelt, in der er der Besitzer der Stahlfabrik war und sie so gestalten konnte, wie er wollte. Er sagt heute noch manchmal zu mir „Nein, das können wir so nicht machen, wir müssen noch warten, der Stahl muss noch zuerst behandelt werden.“ Aber er redet nicht mehr oft. Er liebte immer seine Fantasiewelt. Ich bin mit ihm zusammen, seit ich 20 Jahre alt bin, und er hat mir damals schon viele Geschichten erzählt. Vom Fliegen und vom Reisen nach Afrika. Da waren wir auch mal. Aber das ist schon lange her.

Ich wollte immer eine gute Mutter sein und das Schöne in die Welt tragen. Aber es gibt so viele schlechte Menschen. Das macht mich immer traurig im Herzen. Wir könnten es so schön haben, sage ich immer, aber irgendwie passiert dann doch nichts. Heute ist es noch schlimmer, seit es die Nachrichten im Fernsehen gibt, denke ich. Damals hatten wir wenigstens nur die eigenen Sorgen von unserem Dorf und vielleicht das Dorf nebenan. Aber die grossen Nachrichten kamen erst mit dem Fernsehen. Zum Glück habe ich den Krieg nicht miterlebt. Ich war eine fröhliche Person, immer, und weiss nicht, wie alt du bist, aber du bist sicher noch jung. Ich konnte immer stundenlang auf einer Wiese liegen und in den Himmel schauen. Das Leben war einfach, ja. Nicht so wie heute wo alle nur noch in ihre Händis schauen. Aber wenn es die Leute glücklich macht. Ich wollte immer nur, dass die Leute glücklich sind.

Ich hoffe, ich schreibe nicht zuviel. Hat es eine Begrenzung? Ich brauche sehr lange und bin schon seit drei Stunden am Komputer. Mein Sohn hat mir den gezeigt. Er hat mir gesagt, wenn ich ein Rezept für einen Schokoladenkuchen brauche, brauche ich das nur zu gugeln und dann kommt ein Rezept. Aber es hat auch viel Werbung, ich lande immer auf der Werbung. Mein Sohn hat mir gesag, ich soll dir ruhig schreiben. Er hilft mir wirklich. Wenn ich eine Taste nicht finde. Ich habe meinem Mann gerade seine Medizin gegeben. Wir sind glücklich dass wir wo lange leben dürfen. Wir sind zwar nicht mehr so gesund wie früher, aber jeder wird älter, oder. Es ist ein Geschenk, wenn man so lange leben darf. Schon mit Problemen, aber wir hatten es immer schön.

Ich erinnere mich immer gerne an die kleinen Füsschen von meinen Kindern, als sie zur Welt gekommen sind. Ich habe mich immer in diese Füsschen verliebt. Mein Mann sieht mich immer noch an und schaut mir in die Augen. Wir sitzen oft auf der Veranda und ich halte seine Hand. Wie fest ich ihn liebe, meinen Mann. Siehst du jetzt muss ich weinen. Mein Mann ist so fest in meinem Herzen drin. Wir hatten solch ein schönes Leben. Aber mein Mann kann sich immer öfters nicht mehr an meinen Namen erinnern. Ich frage ihn „Karl ich bin da ich habe dir einen Tee gebracht. Karl kennst du mich noch“ aber mein Mann schaut mir nur in die Augen und sagt nichts. Ich weiss, ich bin auch in seinem Herzen. Ich liebe ihn so fest. Ich wünsche jedem eine solche Beziehung, wie wir es hatten. Voller Liebe und Verständnis füreinander. Aber mein Mann weiss meinen Namen oftmals nicht mehr. Wir sitzen dann einfach da auf der Veranda im Sessel und schauen den Sonnenuntergang gemeinsam an. Und manchmal weine ich dann auch, aber nicht nur vor Trauer auch vor Glück. Weil ich meinen Mann liebe und immer lieben werde, bis wir dann irgendwann nicht mehr leben.

Ich finde das Leben sehr schön. Viele Menschen machen sich das Leben so schwer. Dabei braucht es eigentlich nicht viel. Ich war immer zufrieden mit meinem Mann und meinen Kindern. Alle Sorgen die wir früher hatten, das ist jetzt alles nicht mehr wichtig. Ich denke, mein Mann ist jetzt in seiner Fantasiewelt. Vielleicht träumt er von seiner Arbeit und dass er in der Fabrik doch noch alles ändern konnte. Ich werde weiter gut auf ihn aufpassen.

Ich höre jetzt auf zu schreiben. Danke, dass ich dir schreiben darf. Wenn du möchtest darfst du das schon veröffentlichen. Vielleicht schreibe ich dir wiedermal wenn ich noch Zeit finde.

Für die liebe Lea,
von Margarethe

Antwort von Glücksritterin Lea

Hallo liebe Margarethe

Danke viel viel mal für deinen Text. Er hat mich wirklich fest berührt! Du hast recht, auch ich mache mir jeden Tag wieder neue Sorgen und einen Monat später sind diese Sorgen vergessen und ich denke wieder an etwas neues. Dabei sind das alles Kleinigkeiten. Ich werde probieren, mir weniger Sorgen zu machen und das Leben zu geniessen. Und ich wünsche mir, dass ich auch so alt wie du werden darf und einen so tollen Mann kennenlerne, mit dem ich alt werden kann.

Alles alles Gute für dich und deinen Mann und auch deine Kinder. Und ja bitte schreib mir jederzeit wenn du willst ich fühle mich richtig gut nach deinem schönen Beitrag. Und alles gute deinem Mann, die Liebe wird euch auf ewig verbinden! herz klein

In Liebe,
Glücksritterin Lea

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Warum denken Elten immer sie haben Recht?

Von: Leia, 24, weiblich

glücksritterorden

Hallöchen Glücksritterin Lea

Ich möchte dir gerne schreiben denn ich habe es einfach satt. Ich bin emotional erschöpft. Ich denke nicht, dass ich so noch lange durchhalte, sondern dass ich für eine ganz lange Zeit nicht mehr lachen werde. Heute hatte ich wieder einmal einen Streit mit meinen Eltern. Vielleicht ist es keine grosse Sache, aber für mich ist es das schon. Vieles hat sich im letzten Jahr verändert. Ich habe irgendwie das Gefühl, dass sich die Dinge in eine ganz schlimme Richtung entwickeln werden, wenn ich niemandem schreibe.

Vielleicht ein bisschen über mich. Ich bin 24 Jahre alt, habe eine 20 Jahre alte Schwester und natürlich meine Eltern. Wir leben beide noch bei den Eltern und sind immer noch „unter ihrer Aufsicht“. Du magst dich wundern, warum das so ist. Ganz eifach, ich bin asiatischer Abstammung, und in Asien ist es so, dass man solange bei den Eltern lebt, bis wir heiraten. Letztes Jahr war ich Opfer eines schlimmen Unfalls und war schwer verletzt. Ich bin fast gestorben, aber habe mich wieder aufgerappelt. Ich war für einen guten Monat im Spital und in Betreuung zu Hause für 7 Monate. Im Januar diesen Jahres habe ich meinen neuen Job angefangen.

Nun zu meinen Eltern: Sie waren immer so unglaublich unterstützend zu ihrer ganzen Familie, auch wenn es unsere Verwandten nicht verdient haben. Um es kurz zu halten, unsere Verwandten sind nicht die besten Menschen und sie haben uns etliche Male enttäuscht. Trotzdem haben meine Eltern sie unterstützt, auch finanziell, und haben über ihre negativen Eigenschaften hinweggesehen. Sie finanziell zu unterstützen hat meinen Vater aber sehr geschwächt und er musste viele seiner Träume deswegen aufgeben. Wir sind nicht reich. Mein Vater verdient gerade soviel, dass wir genug zu essen haben, aber seine Familie versteht das einfach nicht.

Du sagst jetzt vielleicht „Okay, kein Problem, hört einfach auf sie zu unterstützen und das Problem ist gelöst.“ wenn du aber von einer konservativen chinesischen Familie stammst ist das nicht so einfach. Die Unterstützung meines Vaters hat auch mich Wünsche und Träume gekostet.

Als meine Schwester und ich aufgewachsen sind haben wir ständig hören müssen, dass wir kein Geld hätten für Spielsachen, Pfadfinderlager, Musikunterricht oder sogar Taschengeld. Wenn ich so darüber nachdenke kriege ich das Gefühl, ich sollte mir das nicht so zu Herzen nehmen, aber meine Schwester und ich waren kleine Kinder, und wenn dir ständig gesagt wird dass du auf etwas verzichten musst, während dein Cousin alle möglichen Spielsachen von den Eltern erhält, dann frisst das einfach irgendwie ein Loch in dein Herz.

Mit der Zeit, über die Jahre, haben wir gelernt, damit umzugehen und die Beweggründe der Eltern auch ein wenig nachvollziehen können. Ich verdiene jetzt selber und könnte mir eigentlich mal etwas leisten, aber das geht nicht da meine Eltern die Kontrolle über mein Konto haben. Auch das habe ich ihnen verziehen, denn ELTERN WISSEN ES IMMER BESSER!

Was ich aber überhaupt nicht verstehe, ist, warum die Eltern immer denken, sie haben Recht! Echt, das treibt mich manchmal zur Weissglut!!! Wie können sie dir innerhalb von Minuten das Gefühl geben, du seist nichts wert, nachdem du ihnen alles verziehen hast, was sie ein Leben lang abgezogen haben? Der Streit, den wir heute hatten, war so sinnlos und idiotisch, aber er ist eskaliert bis zu einem Punkt, an dem meine Schwester nicht mehr konnte und sich vor lauter Verzweiflung in die Hand geschnitten hat. Sie hat jetzt eine Narbe dort. Und dennoch können meine Eltern nicht aufhören und belehren uns immer weiter und kritisieren uns. Ich habe langsam echt das Gefühl, dass mein Leben einfacher wäre, wenn ich von meinen Eltern wegziehen würde. Warum sind sie nur so?

Liebe Grüsse,
Leia

Antwort von Glücksritterin Lea

Hallo liebe Leia

Ich hoffe, es ist mittlerweile wieder ein bisschen besser geworden mit deinen Eltern. Es ist schön, dass du und deine Schwester euch wenigstens gegenseitig unterstützen könnt.

Eltern können wirklich anstrengend sein, ich rede aus Erfahrung. Ich nehme an, asiatische Eltern können sogar noch strenger sein… Und ja ich weiss, sie sind ja auch schon lange auf der Welt und sie haben dich und deine Schwester grossgezogen. Ich habe aber das Gefühl, dass Eltern so viele Jahre quasi „trainiert“ haben, euch zu erziehen, dass es ihnen schwer fällt, dass ihr beide bereits erwachsen seid. Und glaub mir, das kann auch mit noch älteren Söhnen und Töchtern passieren als ihr es seid – Manche Menschen, die bereits über 30 Jahre alt sind, werden noch von ihren Eltern wie kleine Kinder behandelt und bevormundet.

Gibt es vielleicht ein günstiges Hobby, welches du und deine Schwester ausüben könnt? Rausgehen und Fahrrad fahren, Bücher aus einer Bibliothek lesen oder vielleicht Wandern/Joggen? Oder euch mit anderen Leute treffen? smiley hmm

Ich hoffe, wirklich, dass sich deine Schwester nicht öfters verletzt, weil sie traurig über die Situation ist. Deine Geschichte klingt nach einer nicht idealen Kindheit smiley traurig Du klingst aber wie eine wunderbare Person, ich bin überzeugt, dass die Welt besser dran ist mit dir darauf smiley lachen Du kannst stolz auf dich sein, wenn du dich nach solch einem schlimmen Unfall wieder gefangen hast. Echt super!!!

Kraft meines Amtes als Glücksritterin schlage ich dich und deine Schwester zu Glücksritterinnen. Ich wünsche euch ganz doll, dass ihr euren Eltern verzeihen und gemeinsam nach vorne schauen könnt. herz klein

Und bitte fange wieder zu lachen! Ein Leben ohne Lachen ist traurig smiley traurig

Alles Liebe und Glück!
Glücksritterin Lea

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Die Schwiegermutter erfindet Verschwörungstheorien über meine Frau

Von: Dominik, 35, männlich

Hallo Glücksritterin Lea

Ich bin richtig, richtig verzweifelt. Ich stecke momentan in solch einer absurden Situation, wirklich. Meine Mutter denkt, meine Frau sei eine absolut böse, verlogene, hinterwäldlerische Person. Meine Mutter glaubt, meine Frau will ihr bewusst unser Kind vorenthalten. Ich weiss echt nicht mehr, was ich tun soll!

Vielleicht zuerst einmal etwas über mich. Ich bin mit meiner Frau bereits seit 13 Jahren zusammen, sie ist eine der liebenswertesten Personen auf dieser Welt. Wir haben solch eine gute Beziehung, das man nur von wahrer Liebe sprechen kann. Sie hat eine wundervolle Persönlichkeit. Wir können über alles reden und unterstützen uns gegenseitig und lernen auch viel voneinander. Wir haben vor 2 Jahren geheiratet, weil wir unsere Tochter Julia bekommen haben. Julia ist mein allergrösster Schatz, mittlerweile 2 Jahre alt und sehr eigenwillig und wild. Sie hat eine superliebe Persönlichkeit und jeder Tag, den wir mit ihr verbringen dürfen, ist ein Geschenk.

Und meine Mutter macht alles zunichte!!!

Ich muss hier schreiben, dass ich wirklich versuche, möglichst keine Schimpfwörter oder Fluchwörter über meine Mutter zu verwenden (also die Schwiegermutter meiner Frau). Immerhin ist sie meine Mutter und grundsätzlich auch ein sehr lieber Mensch, wir hatten auch schon viele schöne Stunden und sie hat mich ja auch erzogen. Aber sie ist mittlerweile ziemlich unmöglich geworden!

Alles fängt damit an, dass wir ein paar Dinge bei der Kindererziehung nicht so machen, wie es meine Eltern damals gemacht haben, und meine Mutter kann das einfach nicht akzeptieren. Meine Frau arbeitet zum Beispiel nicht, weil wir der Meinung sind, dass ein Kind nur einmal so klein ist und zumindest ein Elternteil 100% für das Kind da sein sollte – und die Zeit auch geniessen kann. Meine Mutter kann aber nicht damit aufhören, zu erwähnen, dass heute „jede normale Frau“ nach eine Geburt so schnell wie möglich wieder arbeiten gehen sollte, da sie sonst in ein paar Jahren weg vom Fenster ist und sowieso, das wird einem doch langweilig, auf ein Kind aufzupassen, nicht? Sie kann nicht akzeptieren oder verstehen, dass es für meine Frau und mich absolut okay ist, wenn meine Frau nicht arbeitet.

Dann haben wir ein Familienbett, schlafen also alle zusammen in einem Zimmer auf zwei riesigen Matrazen. Zum einen finden wir, dass man so eine echte Nähe in der Familie aufbauen kann und zum anderen haben wir eine ganz kleine Wohnung dass wir gar kein eigenes Kinderzimmer einrichten könnten!

Dann stillt meine Frau unsere Julia immer noch, weil wir davon überzeugt sind, dass die Brustmilch etwas vom besten ist, was ein Kind als Nahrung kriegen kann (natürlich kriegt sie noch andere Dinge zu essen). Es stärkt das Immunsystem und gibt eine besondere Bindung von Mutter zum Kind. Aber hey, in der heutigen kranken Welt bist du ein abartiges Monster, wenn du dein Kind über einen längeren Zeitraum mit der natürlichen Funktion deines Körpers stillst und nicht mit einer künstlich hergestellten Milch!

All diese Dinge führen dazu, dass unsere geliebte Julia mit ihren 2 Jahren sehr an ihrer Mutter hängt. Das ist meiner Meinung nach auch völlig logisch, immerhin kümmert sich meine Frau die ganze Woche um sie und gibt sie nicht in eine Kinderkrippe. Meine Frau ist die primäre Ansprechsperson von Julia.

Jetzt ist es so, dass meine Mutter die zwanghafte Vorstellung hat, dass sie mit ihrer Enkelin Hand in Hand eine Strasse entlanglaufen kann. Ich glaube, das würde sie zur glücklichsten Grossmutter der Welt machen. Tja, Pech gehabt, unsere Julia will das nicht, und wir zwingen sie auch nicht dazu. Julia ist meiner Mutter eher ein wenig zurückhaltend, da sie in der Vergangenheit von meiner Mutter mit wilden Küssen begrüsst wurde und das aber überhaupt nicht mochte.

Das Doofe ist: Mit allen Enkelkindern ihrer Freundinnen kann meine Mutter Händchen halten und irgendwo entlanglaufen, da diese Kinder anders erzogen wurden. Sie wurden nach spätestens 8 Monaten abgestillt und gingen früh in eine Kinderkrippe, wo sie bereits viel Kontakt mit anderen Menschen hatten. Das verstehe ich ja jetzt alles noch.

Was meine Mutter jetzt aber abzieht, kann ich fast nicht schreiben, da es mir so absurd vorkommt.

Meine Mutter behauptet nun, meine über alles geliebte Tochter sei „nicht normal“, da man mit ihr nicht, wie mit „allen anderen Kindern dieser Erde“ Hand in Hand irgendwo rumlaufen kann. Zudem sei Julia immer sehr bleich, ja ist sie denn krank? Und sie ist so dünn, wahrscheinlich kriegt sie zu wenig zu essen! Und für ihr Alter läuft sie ziemlich wackelig (was Schwachsinn ist), ist sie vielleicht ein wenig zurückgeblieben? Und hey, es sollte doch einer Grossmutter möglich sein, dem Kind einen Kuss aufzudrücken, selbst wenn es nicht will. Das Kind hat doch zu wollen!

Sorry für den langen Text… vielleicht merkst du, worauf ich hinaus will. Meine Frau und ich haben ein wunderschönes Leben mit einer wunderbaren Tochter, aber meine Mutter denkt sich in ihrem Kopf schlimme Fantasiegeschichten aus, als würde die Welt brennen und meine Tochter die schlimmsten Eltern der Welt haben – Alternative Hippies, die ihr nicht genug zu essen geben. Eine Mutter, die ihr Kind durch jahrelanges Stillen so an sich reisst, dass kein Platz mehr für die Grossmutter ist.

Und sie treibt das ins Extreme.

Ich kann ihr noch so ein schönes Foto zeigen, welches unsere Familienidylle zeigt – Etwa meine Frau, wie sie liebevoll mit meiner Tochter spielt – Meine Mutter sieht dahinter immer etwas Negatives! „Jetzt sitzt die Kleine schon wieder im Kinderwagen, sie sollte mehr raus und rumrennen“, dabei ist meine Julia wie gesagt eine der wildesten Kinder und ständig am rennen. „Schau, jetzt kriegt die kleine schon wieder Schokolade zu essen, nein also das Kind wird so ungesund erzogen, das wird mal sehr krank werden. Das Kind ist so bleich, das ist krank. Kein Wunder bei dieser alternativen Hippiemutter!“ Obwohl nur die Belichtung auf dem Foto schlecht war. Soll ich über jedes Foto etwa einen Rot-Filter legen, damit Julia nicht so bleich aussieht?

Es ist wirklich schwierig, das ganze Ausmass der Situation in einem Text zu schreiben. Was aber das Schlimmste ist: Meine Mutter bezichtigt meine Frau aller möglichen Schandtaten! Meine Frau ist eine Lügnerin, ständig lügt sie meine Mutter an! Auch wenn es sich vielleicht um ein doofes Missverständnis handelt, welches man wie erwachsene Leute diskutieren und aus der Welt schaffen könnte. Nein, meine Mutter ist so stur, die Schuld liegt immer bei meiner Frau, meine Mutter ist eine Heilige, die noch nie in ihrem Leben etwas Falsches gemacht hat, und meine Frau der Teufel in Person, ständig am Lügen. Und das Schlimme ist, dass, wenn meine Mutter erst einmal loslegt, redet sie so überzeugend auf einen ein, dass man schon selbst anfängt, diese schlimmen Dinge zu glauben. Erst wenn ich nach Hause gehe denke ich „heee moment mal, das ist doch absoluter Quatsch!“ Sie manipuliert dich so fest, dass du am Ende tatsächlich glaubst, du seist schuld.

In ihrem Kopf krallt sich meine Mutter an bestimmte Situationen und interpretiert das Allerschlimmste rein und hat dann das Gefühl, das wäre die Realität. Du kannst ihr tausendmal sagen, sie irrt sich, sie hört nicht zu.

Und das ist nicht erst, seit wir Julia haben, das war schon immer so, es ist einfach jetzt mit Julia und dieser „Hand in Hand“ Geschichte eskaliert. Meine Mutter hat schon immer Behauptungen über meine Frau angestellt. Nun, meine Frau ist meiner Meinung nach wirklich eine sehr intelligente Person und wir haben dann zu Hause jeweils über alles gesprochen und sind bisher zum Schluss gekommen, dass es am besten ist, dass wir nachgeben und meine Frau sich bei meiner Mutter entschuldigen, um den Familienfrieden aufrecht zu halten. Aber weisst du was? Ich glaube, meine Mutter hat das nicht geschnallt, die jahrelangen Entschuldigungen von mir und meiner Frau bestärken sie noch in ihren Verschwörungstheorien und sie ist sich sicher, dass sie im Recht ist.

Wenn sie nicht meine Mutter wäre, hätten wir schon längstens den Kontakt abgebrochen, aber meine Frau und ich haben uns immer wieder entschuldigt. Eine Entschuldigung von meiner Mutter kannst du dir nur erträumen, so etwas gibt es nicht. Meine Mutter ist so überzeugt von sich und ihren Fantasiegeschichten, sie ist immer das Opfer und meine Frau die böse Schwiegertochter, die ihr Leben und die Beziehung zur Enkelin sabotieren will, in dem sie EXTRA LANGE STILLT UND JULIA AN SICH ZIEHT. HAT MAN SOLCH EINEN SCHWACHSINN SCHON EINMAL GEHÖRT????

Nein echt, ich bin ein sehr friedlicher Mensch, aber diese absolut unmögliche Situation macht sogar mich aggressiv und verzweifelt. Wie kann ein Mensch (meine Mutter) nur die Realität so falsch interpretieren und dann sein eigenes Herz vergiften??? Meine Mutter hat mir beim letzten Besuch (ich gehe mittlerweile nur noch alleine hin) gesagt, dass ihr das alles sehr ans Herz gehe und sie auch sehr traurig ist wegen der Situation. Aber gleichzeitig beleidigt sie mich, meine Tochter und meine Frau ständig. Wie nebenläufig sagt sie „Ja, heutzutage ist das so, jede normale Frau geht nach der Geburt gleich wieder arbeiten“ oder „Ja, man sollte das Kind nicht länger als 8 Monate stillen, also das haben alle meine Freundinnen bestätigt“. Sie merkt nicht, dass sie so indirekt meine Frau beleidigt. Und meine Frau leidet auch sehr darunter, sie kann nicht verstehen, warum meine Mutter solche gemeine Aussagen macht.

Ich sage ihr ständig, wie sie mit Julia umgehen sollte, damit ihr Traum von „Hand in Hand im Sonnenuntergang einen Weg entlangspazieren“ in Erfüllung gehen kann. Nämlich, indem sie Julia so akzeptiert, wie sie ist, und sie nicht ständig verbiegen will. Indem sie wartet, dass Julia auf sie zukommt, anstatt sie mit lautem Geschrei und wilden Küssen zu überfallen. Indem sie aufhört, mich und meine Familie zu beleidigen.

Ich sage dir, Glücksritterin Lea, einmal, nur EINMAL in meinem Leben möchte ich von meiner Mutter etwas Positives und Liebevolles hören. Einfach etwas simples wie „Ihr scheint eure Tochter ganz anders zu erziehen, aber ich bin voller Vertrauen, dass ihr das schafft!“ oder „Ich bin stolz auf euch, ihr macht das echt gut“ oder so. Aber vor lauter selbstgebautem Hass sieht sie nicht, was für ein grossartiges Mädchen die Julia ist. Klar ist Julia nicht perfekt, aber meine Mutter stürzt sich auf diese kleinen Eigenheiten, die halt Kinder haben, statt die positiven Aspekte von Julia zu sehen.

Ich habe immer probiert, meine Mutter mit Julia so oft es geht zu besuchen, damit sie von unserem Glück etwas abhaben kann. Meine Frau und ich haben solche ein wunderschönes Leben und keine Probleme – Bis auf meine Mutter. Ich denke immer, wir könnten es alle so schön miteinander haben. Aber meine Mutter hört einfach nicht zu. Sie kapiert nicht, dass sie alleine schuld daran ist, dass Julia nicht mit ihr spazieren gehen will.

Ich bin echt verzweifelt. Was soll ich nur tun???

Dominik

Antwort von Glücksritterin Lea

Hallo Dominik

Wow, das klingt echt schlimm. Tatsächlich gibt es viele Menschen, die auch in harmlosen Situationen das Schlimmste sehen. Das ist dann jeweils die Interpretation dieser Person. Besonders bei Bildern ist das gefährlich, wie du auch beschrieben hast. Ist ein Bild falsch belichtet, kann eine Person als bleich rüberkommen. Oder wenn das Foto in einem ungünstigen Zeitpunkt gemacht wurde, kann die Person als wütend rüberkommen, obwohl sie eigentlich am lachen war.

Auch bei Gesprächen mit solchen Leuten können simple Aussagen zu Missverständnissen und dann zu, wie du es nennst, „Verschwörungstheorien“ führen.

Es ist schwierig, einen Rat für deine Mutter zu geben. Es wäre natürlich sehr schön, wenn sie mit ihrer Art aufhören und stattdessen ihr Enkelkind geniessen würde. Wenn ihr es friedlich zusammen haben könntet. Ich weiss aber nicht, warum deine Mutter das macht. Sie hat viele Dinge in ihrem erlebt, und die Summe dieser Dinge haben nun ihr jetziges Leben beziehungsweise Verhalten ergeben.

Was ich aber aus deinem Beitrag lesen kann ist, dass du und deine Frau sehr unglücklich über die Beziehung zu deiner Mutter seid. Anscheinend probiert ihr bereits jahrelang, es der Mutter recht zu machen, was aber doch nie so richtig klappt. Auch wenn ihr euch dann entschuldigt und sie sich dann noch bestärkt in ihrer Meinung sieht – und selber nie auf die Idee käme, ihr eigenes Verhalten zu hinterfragen und sich gegebenfalls ebenfalls zu entschuldigen.

Dominik, ich befürchte, ich kann dir nur einen Rat geben. Wenn du und deine Frau eine toxische Beziehung zu deiner Mutter haben, müsst ihr (zumindest vorläufig) den Kontakt abbrechen. So wie es klingt scheint ihr mit eurer Julia eine glückliche kleine Familie zu sein. Vielleicht wird deine Mutter zur Einsicht gelangen, wenn ihr mal nicht wieder „angekrochen“ kommt und euch für euer Verhalten entschuldigt, obwohl ihr es nicht für falsch empfindet. Vielleicht wird sie ihr eigenes Verhalten hinterfragen, wenn sie nicht nur den Kontakt zu ihrem Enkelkind verliert, sondern auch dem zu ihrem Sohn.

Ich wünsche dir, deiner Frau und Julia ganz viel Liebe. Und deiner Mutter wünsche ich ebenso viel Liebe, als dass sie wieder auf den ritterlichen Pfad des Lichts zurückfindet und ihren Hass hinter sich lassen kann! herz kleinherz kleinherz klein

Glücksritterin Lea

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Meine Mutter hat mein Leben ruiniert

Von: Stefanie

glücksritterorden

Hallo Glücksritterin Lea

Ich hatte schon immer ein Problem mit sozialer Phobie. Ich war übergewichtig in der Kindheit und jeder Versuch, abzunehmen, scheiterte. Es ist hart, NICHT zu denken, dass jeder dich hässlich findet. Mein Vater war niemals teil der Familie. Meine Mutter hat mich bei meiner Grossmutter abgesetzt, als ich 3 war, um Drogen nehmen zu können, wann immer sie wollte. Für eine Weile war es nur ich und meine Grosseltern und obwohl das eigentlich überhaupt nicht normal ist, war ich glücklich in meiner kleinen Familie.

In 2009, das 9 Jahre alte Ich erhielt die Nachricht, dass meine Mutter bei uns mit zwei jüngeren Brüdern einziehen würde. Unser Zuhause hatte nur drei Zimmer mit Betten, also musste ich mein Zimmer an meine Mutter abgeben und einen sehr kleinen Raum mit einem 3- und einem 1-Jährigen teilen.

Natürlich war ich darüber begeistert, ich dachte meine Mutter wollte endlich wieder Teil meines Lebens sein und ich wollte beste Freunde sein mit meinen beiden Brüdern. Aber sobald meine Mutter hier war hat sie mich physisch und mental missbraucht. Ich wurde wie ein Dienstmädchen behandelt wenn meine Grosseltern bei der Arbeit waren. Ich kochte, putzte, habe Windeln gewechselt, habe die kleinen gebadet, habe Wäsche gewaschen, und alles sonst was ein Haushalt braucht im Alter von 9, während ich ständig „Bestrafungen“ von meiner Mutter erhalten habe (mein Rücken wurde mit einem Gürtel geschlagen, mein Hintern mit einem Flip Flop versohlt, immer wenn ich was falsch gemacht habe, etwas ausgeschüttet, Bad zu heiss, zu lange gewartet um zu kochen irgendwas was meiner Mutter nicht gepasst hat).

Meine kleinen Brüder, ich weiss sie waren Kinder, aber sie haben alles was ich besass verloren oder zerbrochen, was nicht Kleidung war, da sie Zugang zu allem hatten.

Um 2012 ist sie endlich ausgezogen in eine Wohnung, die ihr der Staat besorgt hatte, da sie keinen Job annehmen wollte. Sie nahm meine Brüder mit und es vergingen 6 Monate bis man herausfand, dass sie ein Crystal Meth Labor in ihrer Wohnung aufgebaut hatte. Kurz bevor es herauskam hat sie die Stadt verlassen und hinterliess mich und meine zwei Brüder wieder den Grosseltern. Dieses Mal musste ich nach der Schule die Rolle des Babysitters übernehmen. Ich habe all das gemacht, was ich auch mit 9 gemacht hatte ausser kochen und Windeln wechseln, da sie aus diesen rausgewachsen sind.

Meine Mutter ist etwa um 2013 zurückgekommen und hat versucht, mich umzubringen, weil ich „ihr ihre Kinder weggenommen hätte“. Sie hat sie genommen und ist in ein anderes Haus eingezogen, hatte noch ein Baby in 2014 und lebte dann mit diesem Vater für ein Jahr (all dies während sie nur einen Job in einem lokalen Strip Klub hatte, meine Grosseltern brachten ihr jede Woche etwas zu essen).

Zu dieser Zeit hatte ich bereits jahrelang Depressionen und Suizidgedanken und meine Angstattacken die anfingen als sie in 2009 eingezogen ist. Im Oktober 2016 ist der Staat dann gekommen und hat meine Brüder von ihr weggenommen und wieder mir beziehungsweise meinen Grosseltern gegeben. Danach wurde ich gewechselt von der öffentlichen Schule auf Homeschooling, habe jeden meiner Freunde verloren und wurde dann quasi die Mutter für meiner Brüder und habe wieder alles gemacht, was ich schon früher machen musste: Gekocht, geputzt, die 4 jährigen gebadet, ich habe jeden Tag auf sie aufgepasst nachdem ich von der Schule heimgekommen bin bis meine Grosseltern um 6 Uhr Abends von ihrer Arbeit kamen (mein Grossvater ist ein Lastwagenfahrer also ist er immer auf der Strasse). Dann wurden sie jeweils wie kleine Engel behandelt und bekamen alles, was sie wollten.

Jeden einzelnen Tag hörte ich von meinen kleinen Brüdern „Ich hasse dich“ oder „Ich wünschte du wärst nicht meine Schwester“ oder sonst etwas ähnliches weil ich die Regeln durchsetzen musste, die meine Grossmutter mir gesagt hat und meine Brüder hassen mich dafür.

Mein 18. Geburtstag ist in zwei Wochen. Ich hatte noch nie einen Job, habe kein Geld um Auto fahren zu lernen, und ich kann nicht studieren gehen wie ich immer wollte seit ich 12 war weil ich die kleine liebe bleib-zu-Hause Mutter sein muss die meine Mutter niemals war. Ich darf keine Arbeit annehmen weil meine Grossmutter sagt ich muss für meine drei Brüder dasein um auf sie aufzupassen. Ich werde für immer hier festsitzen weil ich nichts machen kann um hier rauszukommen und ich denke oft es wäre besser mich einfach umzubringen da ich dieses Haus nicht verlassen kann bis meine Grossmutter pensioniert ist und dann erwartet man von mir dass ich einen Job annehme mit dem einzigen Ziel für diese Familie zu sorgen.

Sorry dass es so viel geworden ist. Ich bin dankbar, dass ich jemandem schreiben darf.

Stefanie

PS: Mir gefällt dein Logo mit dem Pferdchen…

 

Antwort von Glücksritterin Lea

Hallo Stefanie

Du tust mir so unendlich leid, mir kommen die Tränen, wenn ich deine Geschichte lese. Deine Mutter ist eine wirklich schlechte und egoistische Person, dass sie dich praktisch alleine mit der Betreuung deiner kleinen Brüder zurücklässt smiley traurig Drogen zu nehmen, um das eigene Leben zu ruinieren, ist bereits schlimm, doch das Leben von so vielen weiteren Menschen zu zerstören, ist einfach nur unverzeihlich.

Bitte gib nicht auf und denke nicht mehr an Selbstmord! Du bist so eine starke Person, dass du bis jetzt ausgehalten hast und dass du dein Leben so stemmen kannst. Kein aufwachsender Jugendlicher sollte eine solche Verantwortung tragen müssen. Im Gegenteil, normalerweise sind es ZWEI erwachsene Elternteile, die sich diese Bürde teilen und sich gegenseitig unterstützen. smiley hmm

Mein Rat an dich ist viel einfacher gesagt als getan: Sei selbst mal egoistisch! Du hast dein halbes Leben als Erwachsene auf deine Brüder aufgepasst, statt ein Leben als Kind in einer funktionierenden Familie geniessen zu können. Verlasse deine Grosseltern und deine Brüder und stürze dich in dein eigenes Leben, wo du nur auf dich selber acht geben musst. Du hast es dir mehr als verdient! Sorge dich nicht um deine Grosseltern oder deine Brüder, die werden schon irgendwie klar kommen. DU bist jetzt wichtig.

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Wenn es dir möglich ist, versuche auch, mit professioneller Hilfe über deine Depressionen und deine Suizidgedanken zu sprechen. Glaube mir, niemand wird dich auslachen. Es gibt viele Menschen auf dieser Welt, die dir helfen und dich unterstützen wollen!

Wenn ich könnte, würde ich dir einen viel grösseren Orden geben. Du hast es 100% verdient, eine Glücksritterin zu sein!

Alles alles Liebe für dich und deine Zukunft! herz klein

Glücksritterin Lea

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Meine Mutter versteht mich einfach nicht!

Von: Irene, 13, weiblich

Hallo Glücksritterin Lea

Ich hasse meine Mutter! Nie versteht sie, was ich will, und immer kommt sie nur mit ihrem Scheiss „Räum dein Zimmer auf, putz das, mach das sauber!“ Als ob es im Leben immer nur ums Putzen gehen würde!!! Ich glaube echt langsam, meine Mutter ist putzsüchtig, sie putzt jeden Tag das Klo und die Küche, dabei ist immer alles blizeblank. Und wenn ich muss darunter leiden, wenn ich von der Schule heimkomme und meine Schuhe zwanzig Zentimeter neben der Schuhmatte abstelle, oh was für ein Drama, ne echt! Und wenn ich nicht innerhalb kurzer Zeit was auch immer sie will aufräume bekommt sie einen Schreikrampf!! Dabei will ich nur meine Ruhe und nicht immer nur putzen.

Was soll ich nur tun? Ich halt das nicht mehr aus…

Hast du mir einen Rat?

Gruss Irene

Antwort von Glücksritterin Lea

Hallo Irene

Ja, Mütter können echt anstrengend sein, vorallem wenn sie immer das ganze Haus sauber halten wollen. Ich sage immer „Es gibt mehr im Leben als zu putzen“. Trotzdem ist ein sauberes Haus oder eine saubere Wohnung ganz wichtig, um sich wohlzufühlen. Stell dir nur mal vor, es wäre alles dreckig und voller Staub, da hättest du sicher auch keine Freude.

Am besten gehst du offensiv auf deine Mutter zu und sagst ihr, für welche Bereiche du verantwortlich sein willst. Zum Beispiel kannst du ihr sagen, dass du dein Zimmer sauber halten wirst. Vielleicht lässt sie sich auf einen Kompromiss ein und lässt dich dann wegen den anderen Bereichen zufrieden.

Es kann übrigens gut sein, dass deine Mutter putzsüchtig ist. Viele Menschen sind mit der heutigen Welt überfordert und brauchen ein Ventil, um Wut loszulassen oder ihre Hoffnungslosigkeit zu verarbeiten. Putzen ist eine vergleichsweise einfache Tätigkeit, bei dem man schnelle Ergebnisse sieht. Das kann aber auch gut ins Negative kippen, wenn Menschen bei jedem Stress in das Putzen fliehen, weil sie dort ihren Frieden finden.

Beobachte deine Mutter doch einmal, ob sie selber unter dem Putzwahn leidet. Viele Menschen führen eine Tätigkeit bis ins Extreme aus und sind dabei aber dennoch glücklich beziehungsweise haben ihr Leben im Griff. Falls dem nicht so wäre, wäre es oftmals das Beste, professionelle Hilfe zu holen. Aber auch das ist oftmals einfacher gesagt als getan.

Ich wünsche dir, dass du mit deiner Mutter darüber sprechen kannst (vielleicht mit Hilfe des Vaters?) und ihr euch einigen könnt und du schlussendlich deinen Frieden hast. Innerer Friede ist nämlich ganz doll wichtig, das sagte schon Po von Kung Fu Panda smiley zwinker

2po

Alles Liebe

Glücksritterin Lea

flower purple

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