Ich rühre keinen Finger bei der Arbeit aber bin der beste Verkäufer dank eines Fehlers im System

Von: AnonymerSleeper, männlich

Hallo Glücksritterin Lea

Coole Seite hast du da. Sehr interessant, was andere Leute für Probleme haben. Ich dachte, ich würde mal meine Geschichte zu Papier bringen, beinahe eine kleine Erfolgsgeschichte.

Ich arbeite in einem Geschäft, das verkaufsorientiert ist. Unser Chef überwacht die Verkäufe basierend auf unseren gemachten Transaktionen mit den Kunden. Wir loggen uns also in das System ein und tragen unsere Verkäufe ein und der Chef sieht die Verkäufe, die Vergünstigungen und so weiter.

Obwohl es unsere tägliche Arbeit nicht direkt beeinflusst, weiss ich zu 100%, dass mein Chef diese Transaktionen überwacht da sie immer Spezialaufgaben den Leuten gibt, die zuwenig verkauft haben. Und hier wird es interessant…

Bei uns haben sie ein neues Verkaufssystem installiert. Es ist neu und „hip“, so hip, dass alle meine Mitarbeiterkollegen Mühe haben, es zu benutzen, SOGAR MEIN CHEF!!!

Wir haben einen Shop der auch Auslieferungen macht, dafür gibt es einen separaten Bereich namens „Bestellungen“, wo die ausgehenden Artikel drin stehen. ALLE VERWENDEN DIESEN BEREICH FÜR JEGLICHE BESTELLUNGEN! Was sie aber nicht bemerkt haben, ist, dass man den Verkauf bestätigen muss, und das macht man in einem Tab, was ziemlich schwer zu finden ist.

Also lehne ich mich relaxed zurück und warte, bis die anderen ihre Bestellungen aufgegeben haben und beende dann den Verkauf. So einfach aber soooo effektiv! Ich bin auch nicht doof, ich platziere mich immer auf dem zweiten oder dritten Platz der Bestverkaufenden (manchmal auch erster Platz LOL) und mein Chef hat noch nie was gesagt.

Darum habe ich auch Zeit, deine Seite zu lesen haha!

Gruss und nimm das Leben locker

Slee

Antwort von Glücksritterin Lea

Hallo Slee

Das klingt wirklich super, so einen Job hätte ich auch einmal smiley grin

Ich hoffe für dich, dass du einen Backup Plan hast, wenn es mal jemanden herausfinden würde. smiley cool

Hat einer der Leser vielleicht eine ähnliche „Arbeitsweise“? Oder was ist eure Meinung dazu?

Liebe Grüsse an alle, die ihr Leben nicht an die Arbeit verlieren!

Glücksritterin Lea

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Ich hab gestern meinen Job hingeschmissen und fühle mich grossartig

Von: Carmen

Hallo Glücksritterin Lea

Ich habe vor einiger Zeit angefangen, in einer Bar zu arbeiten. Das erste Jahr war fantastisch! Wenig stress, gutes Team, faire Bezahlung, flexible Arbeitszeiten. Dann haben wir einen neuen Chef bekommen und alles ging den Bach ab.

Ich wurde von einer fühlenden, lebenden Person und geschätztem Teammitglied zu einer bedeutungslosen Nummer auf einem Papier umgewandelt – oder sagen wir gleich, ich wurde zu einer Bürde für meinen Chef. Egal wieviele Schichten ich gekrüppelt habe, wie hart ich arbeitete, wievielen Leuten ich half, für ihn war es nie genug.

Viele Mitarbeiter haben gekündigt, bis die einzig übrig gebliebenen Leute diejenigen waren, die noch nicht geschnallt hatten, wie schlimm es wirklich um den Laden stand. Plötzlich wurde mir mehr und mehr Verantwortung aufgetürmt. Die Bosse des Ladens haben sich derweil in ihren Büros versteckt, weg von allem, während ich mich um alles kümmern durfte. Natürlich verdiente ich viel weniger als sie in einem Jahr! Ich wurde einmal zur Beförderung vorgeschlagen, bekam sie dann aber nicht, weil sie den Eindruck hatten, ich „wollte es nicht genug“. Sie sagten mir, ich solle beweisen, dass ich die Beförderung wirklich wollte, indem ich die ganze Verantwortung auf mich nehme ohne aber die Bezahlung oder den Titel zu erhalten.

Danach hatte ich jeden Monat Heulattacken bei der Arbeit. Ich arbeitete nur 3 Tage die Woche und diese 3 Tage wachte ich am Morgen immer gestresst und erschöpft auf, in Tränen aufgelöst. Jeden Tag gab es ein andere Krise. Ich glaube ich hatte keine einzige Schicht im letzten Jahr in dem alles gut lief. Wir waren ständig unterbelegt. Ich habe aufgehört zu zählen wie oft mich ein Kunde angeschrien, beschimpft oder mir gesagt hat wie beschissen ich in meinem Job bin. Nebenbei sollte ich noch 90% der Mitarbeiter beaufsichtigen die Hilfe brauchten oder einfach neu waren und ausgebildet werden mussten.

Gestern ist etwas in mir zerbrochen. Ich war insgesamt 22 Stunden eingeteilt diese Woche obwohl ich ausdrücklich nach maximal 15 Stunden gefragt habe. Ich musste mich alleine um alle Onlinebestellungen kümmern, alle haben sich quasi verpisst und mich allein gelassen. Ich habe einen der Chefs gefragt, ob mir jemand helfen kann. 10 Minuten später war ich immer noch alleine und wurde von unzufriedenen Kunden angeschrieen. Der Chef verzog sich wieder die Treppe rauf in sein Büro.

Ich ging zu meinem Vorgesetzten und sagte ihm, dass es mir sehr leid täte aber ich das nicht mehr länger machen kann, und ich kündigte. Ich habe ein wenig geweint (okay eigentlich recht viel), hab meine Sachen gepackt und lief nach Hause. Eine Stunde später habe ich mich um einen neuen Job beworben.

Heute fühle ich mich so unglaublich erleichtert! Als ob eine riesige Last von meinen Schultern gefallen ist. Ich fühle mich endlich wieder wie ein Mensch, der etwas wert ist. Wie ein Mensch, der gerade frisch aus dem Gefängnis entlassen wurde. Ich werde ich alle meine Uniformen und Schlüssel zurückbringen. Ich hoffe, ich werde vor meinem Vorgesetzten nicht wieder weinen.

Gruss Carmen

Antwort von Glücksritterin Lea

Hallo Carmen

Das hast du wirklich gut gemacht! Du verdienst etwas Besseres. Mit Kunden zu arbeiten ist oftmals schwierig und braucht Nerven aus Stahl, besonders wenn das Geschäft nicht gut geführt wird. Dann wird der Mitarbeiter schlecht von den Kunden und schlecht von den Bossen behandelt.

Du musst dich nicht schlecht fühlen. Du hast ihnen zu viele Gelegenheiten gegeben, etwas zu unternehmen. Du hast ihnen schon zuviel von deiner Zeit gegeben. Du schuldest ihnen nichts! Ich bin froh bist du von diesem giftigen Arbeitsort weg. Jetzt wird es sicherlich besser! Du musst tun, was für deine psychische Gesundheit am besten ist. smiley lachen

Ich bin stolz auf dich! Viel Glück am neuen Arbeitsplatz herz klein

Glücksritterin Lea

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