Meine Schwiegermutter macht mich fertig, weil ich noch immer stille

Von: Sabrina, 31, weiblich

Hallo Glücksritterin Lea

Ich habe eine kleine Tochter und sie ist das schönste kleine Wesen, dass es auf dieser Welt gibt! Ich liebe sie über alles! Sie ist so süss und lieb, süsser kann man nicht sein. Sie ist immer am lachen und verzaubert mir den Tag. Ich bin so glücklich, dass ich sie habe. Als noch schwanger war, habe ich gedacht, ich würde später wieder arbeiten gehen, aber jetzt kann ich es mir nicht mehr vorstellen, meine kleine Maus alleine zu lassen. Ich will ihr alle Liebe dieser Welt schenken. Dazu einen total lieben Mann, der sich um mich kümmert und mich in allem unterstützt.

Ich habe aber totale Probleme mit meiner Schwiegermutter! Die spinnt total! Anders kann ich es nicht nennen. Sie hat einige Punkte, die ihr an unserer Erziehung nicht gefallen. Der Punkt, der bei mir am meisten Kopfschütteln hervorruft, ist das Stillen. Meine kleine Maus ist jetzt 2 Jahre und 3 Monate und ich stille sie immer noch. Nicht mehr so oft wie früher, sie koppelt sich automatisch langsam von mir ab. Aber doch etwa zum Einschlafen kommt sie an meine Brust und schläft so friedlich ein. Und in der Nacht kommt sie ab und an auch an den Busen, obwohl es immer weniger wird und sie immer selbstständiger schläft. Ab und zu kommt sie noch, wenn sie irgendwo ganz doof den Kopf anschlägt oder so, aber auch nicht mehr so oft wie vor einigen Monaten.

Ich persönlich bin auch voll überzeugt vom Stillen. Ich liebe diese Nähe zu meinem Kind und gebe ihr gerne Milch von meinem Busen. Ich meine, schliesslich ist er doch dafür gemacht oder? Ich habe das Gefühl, das vergessen die „modernen“ Leute mehr und mehr. Ich habe gelesen, dass die Milch sehr viele Stoffe beinhaltet, die gut für mein Kind sind, und dass sie auch von meinem Immunsystem profitiert. Wie könnte man da etwas dagegen haben?

Und ob man das kann! Meine Schwiegermutter nörgelt ständig an diesem Thema rum, wenn wir uns treffen (was auch nicht so oft ist, wie es sein könnte, aber wer will sich schon mit solch einer nervigen Schwiegermutter öfters treffen??) Meine Schwiegermutter selber hat nur 4 Monate gestillt und dann abgestillt. Ich weiss nicht soviele Details darüber, sie hat nur mal gemeint, sie hat abgestillt, damit sie ihren Körper wieder für sich haben kann und auch wieder mehr Zeit für sich hat. Und wenn sie ihre Freundinnen fragt, hat keine von denen länger als 9 Monate gestillt. Und meine Schwiegermutter sagt dann so zu mir, dass sie ihren Freundinnen erzählt, dass ich länger als 2 Jahre stille, und dass dann alle voll erschrocken sind und sagen „Neeeinnnnn so was aber auch“ oder „Die Mutter will ich nicht sein, die hat ja gar keine Zeit für sich!“ oder solchen Quatsch.

Ich weiss echt nicht, wie ich ihr klar machen kann, dass MIR das Stillen grossen Spass macht und ich sehr gerne die Zeit mit meinem Kind verbringe. Und ich meine, ich stille sie ja nicht bis 7 oder 8 Jahre, sondern wenn es für mein Kind und mich passt, hören wir auf.

Ich finde das so komisch, als würde ich in einer verkehrten Welt leben! Models dürfen halbnackt auf riesigen Postern zu sehen sein, aber wenn man von einer schwangeren Frau, welche das Geschenk des Lebens zur Welt gebracht hat, auch nur einen Millimeter vom Nippel sieht, drehen alle durch. Und das Stillen ist ja ein „Mehraufwand“ für mich als Mutter. Ich nehme mir die Zeit, sitze mit meinem Kind hin, gebe ihm die Brust, streichle es und bin für das Kind da. Ein Fläschchen zu geben ist doch da viel einfacher, und doch werde ich von diesen Frauen als komisch angeschaut. Nein, das verstehe ich einfach nicht.

Ich persönlich bin auch voll tolerant. Ich weiss ja, dass es Frauen gibt, die nicht Stillen können. Und auch Frauen, die nicht stillen wollen. Und die dürfen ja alle das Fläschchen geben, da bin ich total tolerant. Das muss doch jeder selber wissen. Aber meine Schwiegermutter hackt ständig auf mir rum und hat Gefühl, mein Kind entwickelt sich dadurch schlecht oder wird voll zum „Mutter-Kind“ und dadurch kommt meine Schwiegermutter nicht an mein Kind ran.

Weisst du was das Schlimmste ist, was passiert ist?

Meine Schwiegermutter war bei uns zu Besuch, und wir hatten es sehr friedlich. Wir haben Kaffee getrunken und Kuchen gegessen und geschwatzt. Dann hat mein Kind (das war noch vor einigen Monaten) gesagt, es würde gerne an der Brust trinken. Weil wir so friedlich am reden waren habe ich den grossen Fehler gemacht, und bin einfach auf das Sofa im gleichen Raum, um zu stillen, statt in das Schlafzimmer zu gehen. Ich dachte, wir seien eine Familie und das kann ich mir darum erlauben. Aber nein!!! Meine kleine süsse Maus hat nämlich etwas gemacht, was das Leben meiner Schwiegermutter in ihren Grundfesten erschüttert hat!!!!!!

Kannst du dir denken, was mein Kind gemacht hat????

Mein Kind hat es gewagt, während es mit dem Mund an meiner Brust getrunken hat, mit der anderen Hand, die frei war, am anderen Nippel herumzudrücken!!!!!!!!

Kannst du dir so etwas Schlimmes vorstellen? (Achtung: Ironie!) Meine Schwiegermutter hat auf jeden Fall ein Trauma davon und ich finde es einfach nur zutiefst lächerlich. Weil einmal mein Kind an meiner anderen Brust gespielt hat, muss sie es mir jedes mal vorhalten und darüber jammern, dass das sehr schlimm sei und überhaupt nicht geht und sowieso!

Nein wirklich, ich bin so traurig und gleichzeitig ein wenig wütend (vielleicht hast du es an meinem Text gemerkt) weil das ganze so lächerlich ist. Die ganze Diskussion über das Stillen finde ich so unnötig und es macht mich mich einfach so traurig…

Viele liebe Grüsse, ich mag deine Seite sehr! Ich hoffe, du hast einen guten Rat für mich!
Sabrina

Antwort von Glücksritterin Lea

Hallo liebe Sabrina

Diese Schwiegermutter sind echt eine Klasse für sich. Ich weiss auch nicht, wie das kommt, dass Schwiegermütter besonders intolerant sind.

Ich höre von anderen Müttern immer, dass die Schwiegermutter Angst hat, dass die Frau den Sohn „klaut“. Aber das ist doch eigentlich völliger Schwachsinn, der Sohn hat nunmal ein eigenes Leben und ist mit einer anderen Frau zusammen, vielleicht sogar verheiratet. Da kann doch eine Schwiegermutter sich nicht anmassen, über den Sohn zu bestimmen, oder die Beziehung zu zerstören. Aber anscheinend tragen Schwiermütter einen wesentlichen Teil dazu bei, dass viele Paare sich scheiden.

Und zum Thema Stillen kann ich dir meine Meinung sagen: Für mich ist die ganze Diskussion um das Stillen genauso unverständlich und eine der einfachsten „Probleme“ auf dieser Welt. Die Lösung ist nämlich aus meiner Sicht ganz einfach: Stillen ist eine natürliche Funktion des Körpers, sie ist gut für das Kind und es fühlt sich für die Mütter, die es machen, auch gut an. Ich kann da keinen Nachteil erkennen und verstehe ebenso wie du nicht, warum da Menschen deswegen auf die Barrikaden gehen können. Besonders, wenn DU tolerant bist und kein Theater aufmachst, weil deine Schwiegermutter „nur“ 4 Monate gestillt hat.

(Genauso sehe ich übrigens mit Masturbation, das ist auch eine natürliche Funktion des Körpers und fühlt sich einfach toll an) smiley zwinkeraffe augen zu

Deine Schwiegermutter sollte sich echt aus dem raushalten. Du kannst selber entscheiden, wie lange und oft du stillst und wann du aufhören willst.

Fragt man die Weltgesundheitsorganisation zum Thema Stillen, schreiben die nämlich, dass sich eine Stillzeit bis 2 Jahren sehr positiv auf das Kind auswirkt. Und untersucht man die Stillzeit von Tieren könnte der Mensch sogar bis zu 5 oder 6 Jahren stillen.

„Die WHO betont, dass die ersten zwei Lebensjahre eine kritische Phase für optimales Wachstum, optimale Gesundheit, sowie optimale mentale und motorische Entwicklung darstellen. Nach dem zweiten Lebensjahr ist es sehr schwierig, Wachstumsrückstände wieder aufzuholen.“ (Quelle: https://www.still-lexikon.de/empfehlungen-der-who-fuer-die-ernaehrung-gestillter-kinder/)

Aber du hast natürlich recht, halbnackte Frauen werden auf riesigen Plakaten gezeigt und stillende Mütter müssen sich verstecken, wenn dem Kind die Brust geben. Absolut unverständlich.

Ich fühle mit dir und hoffe wirklich sehr, dass deine Schwiegermutter irgendwann Vernunft annimmt und deine Einstellung immerhin toleriert, wenn sie schon nicht gleicher Meinung ist.

Ich bin ganz stolz auf dich, dass du eine Frau bist, die macht, was sie für richtig hält! Ganz viel Kraft wünsche ich dir!!! herz kleinherz klein

Alles Liebe
Glücksritterin Lea

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Mein Mann (74) kennt mich immer weniger

Von: Margarethe, 72, weiblich

Guten Tag Glücksritterin Lea

Ich habe deine Internetseite aus Zufall entdeckt. Sie hat mir aber auf Anhieb gefallen. Ich mag diese vielen Farben, es dürfen aber auch Männer ihre Fragen stellen oder? Ich habe gelesen, was du auf der Seite über dich geschrieben hast. Und es hat mich an mich selbst erinnert. Ich wollte mein ganzes Leben immer nur das Beste für mein Umfeld, für die Menschen die ich liebe. Meinen Mann, meine drei Kinder. Ein Mädchen hat es gegeben, und mein Mann hat sie immer huckepack genommen, als sie noch ganz klein war. Damals haben wir noch in dem kleinen Häusschen am Fluss gewohnt. Ich liebte mein Leben dort. Ich wollte immer, dass es allen gut geht, ja mir auch, aber vorallem meinen Kindern und meinem Mann. Ich war immer gerne Mutter.

Mein Mann hat in einer Stahlfabrik gearbeitet, sein ganzes Leben war er dort angestellt. Die Arbeitsbedingungen waren damals schlecht, aber mein Mann hat immer gut für uns gesorgt. Ich durfte ihn besuchen in der Fabrik. Das war beeindruckend, eine riesige Fabrik und überall ist es dreckig und voller Russ, und auch die Arbeiter waren dreckig. Angefangen hat man als Träger, da musste man den ganzen Tag 20 Kilogramm schwere Säcke umhertragen. Aber mein Mann sagte schon zu beginn, er mag diese Fabrik und er will gerne dort arbeiten. Man kriegt auch schnell Muskeln vom Säcke tragen. Und das machen immer die jungen, neuen Mitarbeiter. Die Arbeit ist aber nicht gut für den Körper. Jeden Morgen ist er aufgestanden, hat seinen Kaffee getrunken und sein Brot mit Honig, das war ihm heilig. Mein Mann hat 30 Jahre in der Fabrik gearbeitet, er ist dann aufgestiegen. Aber der Rücken leidet schon, und später hatte er zwar eine Arbeit, bei der er weniger tragen musste, aber die Hände gingen mit den Jahren kaputt. Er hatte immer mehr Probleme mit den Händen, konnte sie nicht mehr richtig bewegen oder sagte, sie seien taub. Besonders schlimm war das im Winter, die Fabrik war ja nicht überall beheizt, ausser die riesigen Brennöfen, die den Stahl erhitzten. Mein Mann tat mir leid und ich bin ihm so dankbar, dass er immer für uns gesorgt hat.

Mein Mann war ein herzensguter Mensch. Auch er wollte immer die Welt verbessern, wollte immer weiter die Karriereleiter hochsteigen, aber er hätte nie etwas getan, was gegen seine Moral war. Er hatte eine sehr hohe Moral, und Ungerechtigkeit konnte er nicht mit ansehen. Er ist einer der Menschen, die es immer gut mit allen haben, mit dem Vorgesetzten wie auch mit dem untersten Mitarbeiter, jeder mochte ihn irgendwie. Sein Charme ist es. Mein Mann hat einen ganz speziellen Charme. Wenn ihn jemand gefragt hat, was er besonders gut kann, hat er immer gesagt, er kann mit seinem Charme die Menschen zum Schwärmen bringen. Und zum Träumen. Er lebte schon immer gerne in seiner Fantasiewelt, in der er der Besitzer der Stahlfabrik war und sie so gestalten konnte, wie er wollte. Er sagt heute noch manchmal zu mir „Nein, das können wir so nicht machen, wir müssen noch warten, der Stahl muss noch zuerst behandelt werden.“ Aber er redet nicht mehr oft. Er liebte immer seine Fantasiewelt. Ich bin mit ihm zusammen, seit ich 20 Jahre alt bin, und er hat mir damals schon viele Geschichten erzählt. Vom Fliegen und vom Reisen nach Afrika. Da waren wir auch mal. Aber das ist schon lange her.

Ich wollte immer eine gute Mutter sein und das Schöne in die Welt tragen. Aber es gibt so viele schlechte Menschen. Das macht mich immer traurig im Herzen. Wir könnten es so schön haben, sage ich immer, aber irgendwie passiert dann doch nichts. Heute ist es noch schlimmer, seit es die Nachrichten im Fernsehen gibt, denke ich. Damals hatten wir wenigstens nur die eigenen Sorgen von unserem Dorf und vielleicht das Dorf nebenan. Aber die grossen Nachrichten kamen erst mit dem Fernsehen. Zum Glück habe ich den Krieg nicht miterlebt. Ich war eine fröhliche Person, immer, und weiss nicht, wie alt du bist, aber du bist sicher noch jung. Ich konnte immer stundenlang auf einer Wiese liegen und in den Himmel schauen. Das Leben war einfach, ja. Nicht so wie heute wo alle nur noch in ihre Händis schauen. Aber wenn es die Leute glücklich macht. Ich wollte immer nur, dass die Leute glücklich sind.

Ich hoffe, ich schreibe nicht zuviel. Hat es eine Begrenzung? Ich brauche sehr lange und bin schon seit drei Stunden am Komputer. Mein Sohn hat mir den gezeigt. Er hat mir gesagt, wenn ich ein Rezept für einen Schokoladenkuchen brauche, brauche ich das nur zu gugeln und dann kommt ein Rezept. Aber es hat auch viel Werbung, ich lande immer auf der Werbung. Mein Sohn hat mir gesag, ich soll dir ruhig schreiben. Er hilft mir wirklich. Wenn ich eine Taste nicht finde. Ich habe meinem Mann gerade seine Medizin gegeben. Wir sind glücklich dass wir wo lange leben dürfen. Wir sind zwar nicht mehr so gesund wie früher, aber jeder wird älter, oder. Es ist ein Geschenk, wenn man so lange leben darf. Schon mit Problemen, aber wir hatten es immer schön.

Ich erinnere mich immer gerne an die kleinen Füsschen von meinen Kindern, als sie zur Welt gekommen sind. Ich habe mich immer in diese Füsschen verliebt. Mein Mann sieht mich immer noch an und schaut mir in die Augen. Wir sitzen oft auf der Veranda und ich halte seine Hand. Wie fest ich ihn liebe, meinen Mann. Siehst du jetzt muss ich weinen. Mein Mann ist so fest in meinem Herzen drin. Wir hatten solch ein schönes Leben. Aber mein Mann kann sich immer öfters nicht mehr an meinen Namen erinnern. Ich frage ihn „Karl ich bin da ich habe dir einen Tee gebracht. Karl kennst du mich noch“ aber mein Mann schaut mir nur in die Augen und sagt nichts. Ich weiss, ich bin auch in seinem Herzen. Ich liebe ihn so fest. Ich wünsche jedem eine solche Beziehung, wie wir es hatten. Voller Liebe und Verständnis füreinander. Aber mein Mann weiss meinen Namen oftmals nicht mehr. Wir sitzen dann einfach da auf der Veranda im Sessel und schauen den Sonnenuntergang gemeinsam an. Und manchmal weine ich dann auch, aber nicht nur vor Trauer auch vor Glück. Weil ich meinen Mann liebe und immer lieben werde, bis wir dann irgendwann nicht mehr leben.

Ich finde das Leben sehr schön. Viele Menschen machen sich das Leben so schwer. Dabei braucht es eigentlich nicht viel. Ich war immer zufrieden mit meinem Mann und meinen Kindern. Alle Sorgen die wir früher hatten, das ist jetzt alles nicht mehr wichtig. Ich denke, mein Mann ist jetzt in seiner Fantasiewelt. Vielleicht träumt er von seiner Arbeit und dass er in der Fabrik doch noch alles ändern konnte. Ich werde weiter gut auf ihn aufpassen.

Ich höre jetzt auf zu schreiben. Danke, dass ich dir schreiben darf. Wenn du möchtest darfst du das schon veröffentlichen. Vielleicht schreibe ich dir wiedermal wenn ich noch Zeit finde.

Für die liebe Lea,
von Margarethe

Antwort von Glücksritterin Lea

Hallo liebe Margarethe

Danke viel viel mal für deinen Text. Er hat mich wirklich fest berührt! Du hast recht, auch ich mache mir jeden Tag wieder neue Sorgen und einen Monat später sind diese Sorgen vergessen und ich denke wieder an etwas neues. Dabei sind das alles Kleinigkeiten. Ich werde probieren, mir weniger Sorgen zu machen und das Leben zu geniessen. Und ich wünsche mir, dass ich auch so alt wie du werden darf und einen so tollen Mann kennenlerne, mit dem ich alt werden kann.

Alles alles Gute für dich und deinen Mann und auch deine Kinder. Und ja bitte schreib mir jederzeit wenn du willst ich fühle mich richtig gut nach deinem schönen Beitrag. Und alles gute deinem Mann, die Liebe wird euch auf ewig verbinden! herz klein

In Liebe,
Glücksritterin Lea

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Warum denken Elten immer sie haben Recht?

Von: Leia, 24, weiblich

glücksritterorden

Hallöchen Glücksritterin Lea

Ich möchte dir gerne schreiben denn ich habe es einfach satt. Ich bin emotional erschöpft. Ich denke nicht, dass ich so noch lange durchhalte, sondern dass ich für eine ganz lange Zeit nicht mehr lachen werde. Heute hatte ich wieder einmal einen Streit mit meinen Eltern. Vielleicht ist es keine grosse Sache, aber für mich ist es das schon. Vieles hat sich im letzten Jahr verändert. Ich habe irgendwie das Gefühl, dass sich die Dinge in eine ganz schlimme Richtung entwickeln werden, wenn ich niemandem schreibe.

Vielleicht ein bisschen über mich. Ich bin 24 Jahre alt, habe eine 20 Jahre alte Schwester und natürlich meine Eltern. Wir leben beide noch bei den Eltern und sind immer noch „unter ihrer Aufsicht“. Du magst dich wundern, warum das so ist. Ganz eifach, ich bin asiatischer Abstammung, und in Asien ist es so, dass man solange bei den Eltern lebt, bis wir heiraten. Letztes Jahr war ich Opfer eines schlimmen Unfalls und war schwer verletzt. Ich bin fast gestorben, aber habe mich wieder aufgerappelt. Ich war für einen guten Monat im Spital und in Betreuung zu Hause für 7 Monate. Im Januar diesen Jahres habe ich meinen neuen Job angefangen.

Nun zu meinen Eltern: Sie waren immer so unglaublich unterstützend zu ihrer ganzen Familie, auch wenn es unsere Verwandten nicht verdient haben. Um es kurz zu halten, unsere Verwandten sind nicht die besten Menschen und sie haben uns etliche Male enttäuscht. Trotzdem haben meine Eltern sie unterstützt, auch finanziell, und haben über ihre negativen Eigenschaften hinweggesehen. Sie finanziell zu unterstützen hat meinen Vater aber sehr geschwächt und er musste viele seiner Träume deswegen aufgeben. Wir sind nicht reich. Mein Vater verdient gerade soviel, dass wir genug zu essen haben, aber seine Familie versteht das einfach nicht.

Du sagst jetzt vielleicht „Okay, kein Problem, hört einfach auf sie zu unterstützen und das Problem ist gelöst.“ wenn du aber von einer konservativen chinesischen Familie stammst ist das nicht so einfach. Die Unterstützung meines Vaters hat auch mich Wünsche und Träume gekostet.

Als meine Schwester und ich aufgewachsen sind haben wir ständig hören müssen, dass wir kein Geld hätten für Spielsachen, Pfadfinderlager, Musikunterricht oder sogar Taschengeld. Wenn ich so darüber nachdenke kriege ich das Gefühl, ich sollte mir das nicht so zu Herzen nehmen, aber meine Schwester und ich waren kleine Kinder, und wenn dir ständig gesagt wird dass du auf etwas verzichten musst, während dein Cousin alle möglichen Spielsachen von den Eltern erhält, dann frisst das einfach irgendwie ein Loch in dein Herz.

Mit der Zeit, über die Jahre, haben wir gelernt, damit umzugehen und die Beweggründe der Eltern auch ein wenig nachvollziehen können. Ich verdiene jetzt selber und könnte mir eigentlich mal etwas leisten, aber das geht nicht da meine Eltern die Kontrolle über mein Konto haben. Auch das habe ich ihnen verziehen, denn ELTERN WISSEN ES IMMER BESSER!

Was ich aber überhaupt nicht verstehe, ist, warum die Eltern immer denken, sie haben Recht! Echt, das treibt mich manchmal zur Weissglut!!! Wie können sie dir innerhalb von Minuten das Gefühl geben, du seist nichts wert, nachdem du ihnen alles verziehen hast, was sie ein Leben lang abgezogen haben? Der Streit, den wir heute hatten, war so sinnlos und idiotisch, aber er ist eskaliert bis zu einem Punkt, an dem meine Schwester nicht mehr konnte und sich vor lauter Verzweiflung in die Hand geschnitten hat. Sie hat jetzt eine Narbe dort. Und dennoch können meine Eltern nicht aufhören und belehren uns immer weiter und kritisieren uns. Ich habe langsam echt das Gefühl, dass mein Leben einfacher wäre, wenn ich von meinen Eltern wegziehen würde. Warum sind sie nur so?

Liebe Grüsse,
Leia

Antwort von Glücksritterin Lea

Hallo liebe Leia

Ich hoffe, es ist mittlerweile wieder ein bisschen besser geworden mit deinen Eltern. Es ist schön, dass du und deine Schwester euch wenigstens gegenseitig unterstützen könnt.

Eltern können wirklich anstrengend sein, ich rede aus Erfahrung. Ich nehme an, asiatische Eltern können sogar noch strenger sein… Und ja ich weiss, sie sind ja auch schon lange auf der Welt und sie haben dich und deine Schwester grossgezogen. Ich habe aber das Gefühl, dass Eltern so viele Jahre quasi „trainiert“ haben, euch zu erziehen, dass es ihnen schwer fällt, dass ihr beide bereits erwachsen seid. Und glaub mir, das kann auch mit noch älteren Söhnen und Töchtern passieren als ihr es seid – Manche Menschen, die bereits über 30 Jahre alt sind, werden noch von ihren Eltern wie kleine Kinder behandelt und bevormundet.

Gibt es vielleicht ein günstiges Hobby, welches du und deine Schwester ausüben könnt? Rausgehen und Fahrrad fahren, Bücher aus einer Bibliothek lesen oder vielleicht Wandern/Joggen? Oder euch mit anderen Leute treffen? smiley hmm

Ich hoffe, wirklich, dass sich deine Schwester nicht öfters verletzt, weil sie traurig über die Situation ist. Deine Geschichte klingt nach einer nicht idealen Kindheit smiley traurig Du klingst aber wie eine wunderbare Person, ich bin überzeugt, dass die Welt besser dran ist mit dir darauf smiley lachen Du kannst stolz auf dich sein, wenn du dich nach solch einem schlimmen Unfall wieder gefangen hast. Echt super!!!

Kraft meines Amtes als Glücksritterin schlage ich dich und deine Schwester zu Glücksritterinnen. Ich wünsche euch ganz doll, dass ihr euren Eltern verzeihen und gemeinsam nach vorne schauen könnt. herz klein

Und bitte fange wieder zu lachen! Ein Leben ohne Lachen ist traurig smiley traurig

Alles Liebe und Glück!
Glücksritterin Lea

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Ich bin verlobt, aber meine wahre Liebe hat sich von ihrem Freund getrennt und ich denke darüber nach, meine Verlobte für sie zu verlassen

Von: Bär

Liebe Glücksritterin Lea

Entschuldige meine Schreibweise, ich bin gerade sehr emotional drauf…

Im Jahr 2003 hat mein Freund angefangen, mit einer Frau auszugehen. Als ich diese Frau getroffen habe, hatte ich ein „Wahre Liebe auf den ersten Blick“ Moment mit ihr. Sie war zwar mit meinem Freund auf der Party, wir gingen aber zusammen lange spazieren und haben den ganzen Abend miteinander gesprochen. Ich hatte grossen Respekt vor ihrer Beziehung zu meinem Freund, da ich kein Arschloch sein wollte.

Als sie und mein Freund sich später getrennt hatten, hat sie mich wieder kontaktiert. Wir haben ab und an Zeit zusammen verbracht. Ich bin ihr hoffnungslos verfallen! Sie hatte auch Gefühle für mich, aber nicht so starke wie ich für sie. Als mein Freund es nochmals mit ihr probieren wollte, stimmte sie zu. Ich habe sie dabei bekräftigt, da ich nur will, dass sie glücklich ist.

Wir waren damals sehr jung, 21 oder so. Zu jung, um wirklich zu wissen, was wir wollen. Ihre Beziehung hielt nicht, aber ich wollte sie nicht bedrängen. Ich habe ihr gesagt, was ich fühle, und habe dann mein Leben weitergelebt.

Kein einziger Tag ist vergangen, an dem ich nicht an sie gedacht habe!!! Das ging sogar soweit, dass ich es vermieden habe, sie auf Facebook zu sehen, da ich bei ihrem Anblick sofort Schmetterlinge im Bauch bekommen habe, mein Herz machte Sprünge… und ich fühlte mich so schuldig, da ich mittlerweile selbt mit einer wunderbaren Frau zusammen bin!

Heute, 15 Jahre später, sind wir beide in unseren 30ern. Sie hat zwei Söhne. Sie ist immer noch klug, witzig, und wunderschön. Sie hat mir kürzlich erzählt, dass sie sich von ihrem aktuellen Partner getrennt hat. Mein erster Gedanke war Sorge um sie, da ich immer nur wollte, dass sie glücklich ist. Dann aber habe ich daran gedacht, und zwar wirklich sehr stark, habe ich überlegt, ob ich die Beziehung zu meiner Verlobten beenden sollte, um die Gelegenheit zu haben, mit meiner alten Liebe wieder Zeit zu verbringen.

Ich fühle mich innerlich zerrissen. Ich bin in einer tollen Beziehung mit einer Frau, mit der ich seit zehn Jahren ein schönes Leben aufbaue. Hunde, Katzen, ein Haus… aber ich sehe meine ungeborenen Kinder in ihr nicht mit den gleichen Augen, wie ich es bei meiner alten Liebe tue.

Ich fühle mich wie ein Stück Scheisse! Und ich fühle, dass das nichts Neues ist, dass viele Menschen auf dieser Welt genau dasselbe durchmachen. Ich kann niemandem von meinem innerlichen Dilemma erzählen, da alle unsere Freunde meine Verlobte lieben, oder uns als Paar… Ich kann es aber nicht verhindern, dass ich ganz tief in mir drin eine tiefe, verbundene Liebe zu meiner alten Freundin fühle, über die ich nie ganz hinweggekommen bin… Ich fühle mich jetzt schon, als würde ich meine Verlobte betrügen. Und tief in mir drinnen habe ich Angst, dass ich meiner Verlobten nicht die gleiche Zuneigung und Liebe bieten kann, die ich mit Leichtigkeit für meine alte Flamme fühle… Was soll ich nur tun???

Bär

 

Antwort von Glücksritterin Lea

Hallo lieber Bär

Du tust mir leid, das muss schlimm für dich sein, so zerissen zwischen zwei Frauen, die du beide auf eine eigene Art liebst smiley traurig

Meiner Meinung nach hast du zwei Möglichkeiten: Entferne deine alte Liebe komplett aus deinem Leben und fokussiere dich auf die Beziehung zu deiner Verlobten. Oder, wenn du nicht dazu fähig bist, tue deiner Verlobten einen Gefallen und beende die Beziehung, weil sie sich voll und ganz auf dich einlässt und dir vertraut.

Denke aber daran, selbst wenn du deine ganze Hoffnung auf eine Beziehung zu deiner alten Flamme steckst, du nicht weisst, wie ihre Gefühle sind. Du warst nie in einer Beziehung mit ihr, sie liebt dich vielleicht gar nicht. Vielleicht scheint ihr beide immer noch Gefühle voller Liebe füreinander zu haben, eine Beziehung würde aber unter Umständen dennoch nicht klappen. Es besteht eine grosse Chance, dass eine Beziehung ganz anders enden würde, als du es dir vielleicht momentan vorstellt. Bei deiner Verlobten kannst du einschätzen, wie „kompatibel“ ihr zueinander seid und was ihr in eurem Leben aufgebaut habt. Deine Verlobte möchte eine lebenslange Partnerschaft mit dir. Entscheidest du dich für deine alte Liebe, wäre dieses Leben, das du jetzt führst, zerstört.

Bezüglich dem Betrügen, lass es uns mal umgekehrt sehen. Wie würdest du dich fühlen, wenn deine Verlobte die gleichen Gefühle wie du zu einem anderen Mann hätte? Dieser Gedanke sollte dich innerlich berühren und eventuell helfen, eine Entscheidung zu treffen. Falls nicht, solltest du dir unbedingt Zeit nehmen, über das ganze nachzudenken.

Schlussendlich musst du herausfinden, ob du deine Verlobte liebst und glücklich mit ihr werden kannst. Wenn du ihr nicht dein absolutes bestes geben kannst, gesagte und ungesagte Versprechen einhalten kannst, dann lass sie einen anderen Menschen finden, der diesen Schritt mit ihr wagt.

Ich möchte dich keinesfalls unter Druck setzen. Ich beneide dich nicht um deine Situation. Falls du dich aber dafür entscheidest, dass deine Verlobte deine wahre Liebe ist, denke daran, dass das ein grosses Geschenk ist, das nicht vielen Menschen auf dieser Welt zuteil wird.

Ein letzter Tipp: Falls du nach ewigem Grübeln dennoch keine Antwort findest, könntest du den „Münz-Trick“ probieren: Du nimmst eine Münze und sagst „Bei Kopf verlasse ich meine Verlobte und bei Zahl bleibe ich bei ihr“ und dann wirfst du Münze in die Luft. Die Sage erzählt, dass du, noch während die Münze in der Luft ist, weisst, welche Seite der Münze du lieber oben sehen möchtest. smiley zufrieden

Ganz viel Kraft wünsche ich dir in dieser Zeit! Ich glaube an dich, dass du das Richtige tun wirst! herz klein

Glücksritterin Lea

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Mein Grossvater wurde Apotheker mit 60 Jahren

Von: Mina

Hallo Glücksritterin Lea

Ich denke, die Geschichte meines Grossvaters passt gut zu deinem Blog. Er ist eine echte Inspiration und durch ihn habe ich das Gefühl, ich könnte alles schaffen.

Als mein Grossvater 60 Jahre alt wurde hat er beschlossen, dass er unglücklich ist. Er wollte wieder die Schule besuchen und Apotheker werden.

Heute, 10+ Jahre später ist er ein sehr erfolgreicher Apotheker und Lehrer und er LIEBT seinen Job über alles. Jeden Tag wenn ich ihn sehe kommen wir auf das Thema und er sagt dann immer, dass er solange arbeitet bis er sterben wird weil er sich niemals pensionieren lassen würde von dem, was er liebt.

Ich finde das sehr inspirierend.

Liebe Grüsschen und Herzchen!
Mina

 

Antwort von Glücksritterin Lea

Hallo liebe Mina

Ja, das klingt wirklich schön. Es würde mich aber schon interessieren, ob ihm die Schule leicht gefallen ist smiley lachen

Was mir an deinem Beitrag am besten gefällt ist der Satz „Als mein Grossvater 60 Jahre alt wurde hat er beschlossen, dass er unglücklich ist.“ smiley xD

Ich finde es immer ein wenig traurig, wenn sich Menschen selber einschränken mit Aussagen wie „Ich wäre immer gerne Bergsteiger geworden, aber ab 50 kannst du das vergessen.“ oder „Du musst unbedingt reisen, wenn du um die 20 Jahre alt bist. Später, wenn du Familie und Kinder hast, geht das nicht mehr.“ Das sind doch absolut einschränkende Aussagen, so raubt man sich doch aller Möglichkeiten. Das Leben ist doch nicht so festgestrickt, als dass man es auf Jahrzehnte so fixieren kann. Aber wenn man schon in seinem Kopf denkt „Ich kann nicht mehr die Welt entdecken, ich bin ja bereits 60“ oder so dann wird es wohl auch nicht klappen.

Ich kenne auch eine Person, die hat mir immer gesagt „Schaue, dass du gut in einem Unternehmen gesattelt bist solange du jünger als 45 Jahre alt bist. Wenn dir bis zum Pensionsalter gekündigt werden sollte, oje, dann kannst du es vergessen, so alte Leute finden niemals mehr einen Job!“ Ich meine, klar gibt es viele ältere Menschen, die in hohem Alter keinen Job mehr finden, und möchte jetzt auch nicht sagen, die seien alleine schuld daran oder so. Ich weiss auch, dass viele Menschen schwere Schicksalsschläge hinter sich haben. Ich will das auf keinen Fall herunterspielen.

Ich will nur sagen, dass ich persönlich nicht daran glaube, dass das Leben so fest in Stein gemeisselt ist, auf 15 bis 20 Jahre im Voraus. Ich denke, jeder Mensch sollte probieren, motiviert und offen zu bleiben und Ausschau nach neuen Möglichkeiten halten. Und ein Satz wie „Das kann ich eh nicht, ich bin zu alt.“ hindert einem sicherlich, eine auftauchende Gelegenheit zu erkennen und zu packen.

Wenn man sich selber weiterbildet, neue Wissensfelder erkundet und motiviert bleibt gelingt es einem sicherlich besser, einen neuen Job zu finden, als wenn man bereits von anfang an sagt „Okay, alles verloren“. Und wenn nicht geniesst man das Leben halt ohne Job affe augen zu

(Ich habe leider keine grossen Erfahrungen mit Arbeitslosigkeit, bin gerne offen für Erfahrungsberichte)

Viele Grüsse auch dir! herz klein

Glücksritterin Lea

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Patrick war für mich Superman und starb mit 13 Jahren in meinen Armen

Von: Carsten, 20, männlich

glücksritterorden

Hallo Glücksritterin Lea

Schön, dass es einen Ort wie deine Homepage gibt. Ich wollte mir das schon lange von der Seele schreiben, wusste aber nicht genau, wo. Ich bin jetzt 20 Jahre alt. Mit 18 wurde ich Vater und mit 19 habe ich geheiratet. Das ist aber nicht der Grund, warum ich schreibe. Mit 18 wurde ich Heimbetreuer und für die Betreuung von Patrick eingeplant.

Patrick war ein 13 Jahre alter Junge mit einer lähmenden Krankheit, eine Neurodegeneration mit Eisenablagerung im Gehirn (NBIA). Ihm wuchs Eisen im Gehirn und er verlor die Kontrolle über seinen Körper. Ironischerwiese funktionierte sein Gehirn noch immer ganz normal. Kurz nachdem ich mit ihm angefangen habe zu arbeiten hat er die Fähigkeit zu sprechen verloren. Er konnte aber immer noch kommunizieren, indem er für „ja“ oder „nein“ in eine bestimmte Richtung schaute.

Für ein Jahr habe ich mit ihm jeden Tag gearbeitet. Er wurde wie ein jüngerer Bruder für mich. Jeden einzelnen Tag haben wir zusammen Superman geschaut, da Patrick hoffte, eines Tages so stark wie Superman zu werden. Wir haben zusammen Pokemon gespielt, weil ihm das so gut gefallen hat. Er hat mir gezeigt, wie man das spielt. Etwa ein Jahr später fing seine Atmung an, ganz tief und zufällig zu werden. Ich kann mich noch daran erinnern, wie ich im Februar diesen Jahres, als wir gerade fertig Superman geschaut hatten, ihm erzählt habe, dass die Wissenschaft neue Geräte erfunden hat, mit denen man besser denken oder die Arme und Beine besser bewegen kann. Ich wollte ihm am nächsten Montag ein paar Zeitungsartikel vorbeibringen, um sie ihm zu zeigen.

Am Montag morgen bekam ich einen Anruf, dass ich nicht zur Arbeit gehen müsse, da sich eine Krankenschwester um Patrick kümmern wird. Ich könne ihn aber besuchen, wenn ich wollte, einfach nicht in meinen Arbeitskleidern. Ich bekam da bereits ungutes Gefühl, habe aber gehofft, dass Patrick einfach genauer untersucht wurde oder so. Als ich ankam konnte ich bereits nach wenigen Minuten sagen, dass die Stimmung gedämpft war. Patrick war nicht tot, aber er lag im Sterben. Manchmal bewegte er seine Augen und lächelte leicht. Dann glitt er wieder in einen starren Zustand, nahm einen tiefen Atemzug und hielt die Luft an.

Alle Anwesenden bekamen ein paar Minuten, um mit ihm zu reden und ihm was auch immer wir mochten zu sagen. Seine Mutter wurde gerade fertig, mit ihm zu sprechen, und ich kam an die Reihe. Ich hielt seine Hand und machte einen witzigen Spruch, den er immer geliebt hat. Ich merkte, wie er meine Hand leicht drückte. Ob es bewusst war oder ob er mir zeigen wollte, dass er dass er lachte, weiss ich nicht. Ich sagte ihm, dass alles gut werden würde und dass „dies kein Goodbye sei, wir würden uns bald wiedersehen“. Ich gab ihm eine lange Umarmung und merkte, dass sein Körper ziemlich steif war (von seiner Krankheit, er war ständig verspannt davon). Sein Gesicht war blau angelaufen und er hat für beinahe 90 Sekunden nicht geatmet. Er war tot, aber die Krankenschwester prüfte noch seinen Puls, um sicher zu sein.

Ich sass mit meinem 13 jährigen Freund und habe seine Hand im letzten Moment seines Lebens gehalten. Ich dachte immer, wenn mein Handybildschirm mal einen Sprung bekommt, sei das schlimm, aber Patrick’s Tod hat wirklich meine Perspektive auf alles verändert. Ich wurde extrem depressiv, ich muss mich aber zusammenreissen und da sein für meine Frau und meine Tochter. Ich vermisse Patrick extrem. Für mich war er Superman.

Carsten

Antwort von Glücksritterin Lea

Hallo lieber Carsten

Das tut mir sehr leid für dich und für Patrick. Es ist wirklich schlimm, einen geliebten Menschen an eine Krankheit zu verlieren, sei es von der eigenen Familie oder von den Menschen, die wir in unsere Herzen geschlossen haben. smiley traurig Ich hoffe, es hat dir geholfen, hier deine Geschichte zu schreiben, ich bin sicher, jede Person, die das liest, wird mit dir fühlen.

Der Tod eines geliebten Menschen zeigt, wie unwichtig unsere kleinen täglichen Sorgen sind. Leider – oder auch zum Glück – hält dieses Gefühl nicht ewig an. Man sagt in diesem Augenblick immer „Das Leben geht weiter“ und es stimmt auch. Dein Herz kann Patrick aber auf jeden Fall für immer in sich tragen und wenn du mal traurig bist kannst du zurückdenken an die Zeit, wie du mit Patrick Pokemon gespielt oder Superman geschaut hast.

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Bietet dein Arbeitgeber psychologische Betreuung in solchen Fällen an? Falls ja, würde ich dieses Angebot annehmen. Es ist überhaupt nicht schlimm, mit Fachpersonen über diese Problem zu sprechen. Oftmals hilft es, das Geschehene zu verarbeiten. Auch darüber zu schreiben hilft oftmals weiter, ich hoffe, das ist bei dir auch der Fall. Das Mindeste, was ich für dich tun kann, ist es, einen Platz anzubieten, wo du das Gedenken an Patrick aufrechterhalten kannst.

Ich hoffe, du findest in deiner Familie die Kraft, deinen Lebensweg weiterzugehen. Ich wünsche dir, dass du trotz dem Geschehenen das Schöne im Leben sehen kannst und das Leben umso mehr geniesst.

Kraft meines Amtes als Glücksritterin für seine letzte Ehre schlage ich Dich und Patrick zum Glücksritter. Möge Patrick Frieden finden, wo er jetzt ist, und befreit von seinen Schmerzen sein, und mögest Du die Erinnerung an ihn für immer in deinem Herzen tragen. herz klein

Ich schenke dir ganz viel Liebe!

Glücksritterin Lea

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Ich erzähle allen ich möchte keine Kinder damit mein Herz nicht zerbricht

Von: Monika, 31, weiblich

Liebe Glücksritterin Lea

Ich bin 31 Jahre alt und die Leute fragen mich ständig ob ich irgendwann Kinder möchte. Ich sage üblicherweise „nein“ oder „jetzt nicht“. Die Wahrheit ist… ich würde liebend gerne eines Tages Mutter sein. Ich möchte nur nicht falsche Hoffnungen in mir wecken weil ich noch nicht mal jemanden gedated habe und ich weiss, ich wäre eine schlechte alleinerziehende Mutter. In meinem Herzen spüre ich ganz tief, dass ich gerne heiraten würde. In der Realität wird das aber vielleicht nie passieren. Aber ich weiss nicht, ob mein Herz eine solch wahnsinnige Enttäuschung ertragen könnte. Also sage ich ich möchte keine Kinder in der Hoffnung, dass ich es irgendwann glauben werde.

Viele liebe Grüsse

Monika

Antwort von Glücksritterin Lea

Hallo liebe Monika

Du musst nicht traurig sein. Jeder Mensch hat einen anderen Lebensweg. Das Leben ist kein Videospiel, bei dem du bis Level 20 ein Kind haben musst oder sonst den Endboss nicht schaffst. Damit meine ich, dass du dich selber nicht zu stressen brauchst. Ich habe ganz viel Hoffnung in mir, dass du deine ganz grosse Liebe noch findest. Es gibt ganz viele schüchterne Männer, die dich sicherlich gerne mal in ein Restaurant ausführen würden smiley lachen

Eine gute Mutter ist jemand, der sein Kind liebt, egal was passiert. Und du klingst, als wolltest du nur das Beste für dein zukünftiges Kind. Single oder nicht, du klingst wie eine grossartige Mutter! herz klein

Glücksritterin Lea

herz im sand

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